Betandwin-Aktien auf Talfahrt

19. Juli 2006, 13:24
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Zur Begründung für die Talfahrt verwiesen Marktteilnehmer auf den schwachen internationalen Sektor

Wien - Die Aktien von BETandWIN sind am Dienstagvormittag erneut gehörig unter Abgabedruck geraten. Gegen 10:15 Uhr betrug das Minus bei den Titeln des heimischen Internet-Wettanbieters 12,21 Prozent, der Kurs lag bei 47,74 Euro. Das bisherige Tagestief hatten die Papiere bei 45,40 Euro markiert. "Die Abschläge sind neuerlich von guten Umsätzen begleitet", meinte ein Marktteilnehmer.

Bereits am Montag hatten die Aktien deutlich Federn lassen müssen. Die Papiere hatten nach sehr schwachem Verlauf um knapp sieben Prozent schwächer geschlossen. Zur Begründung für die Talfahrt verwiesen Marktteilnehmer auf den schwachen internationalen Sektor. So notierten am Dienstagvormittag in London die Aktien von PartyGaming um 6,55 Prozent tiefer und Sportingbet brachen um mehr als 17 Prozent ein.

Die am Vortag bekannt gewordene Verhaftung des Vorstandsvorsitzenden von BETonSports in den USA sorgten im Sektor erneut für Unsicherheiten, hieß es im Handel. Das schüre neue Sorgen über eine politische Einmischung in das Online-Glücksspiel. Die Aktien von BETandWIN sind zudem starken Spekulationen ausgesetzt, da es viele Zertifikate und ähnliche Finanzinstrumente auf die Titel gebe.

USA gegen Internet-Wetten

Insgesamt hat die Furcht vor einem harten Durchgreifen der USA gegen Internet-Wetten den Marktwert der britischen Branche am Dienstag um fast 900 Mio. Euro geschmälert. Die US-Bundespolizei FBI unternahm erste Schritte, um die US-Aktivitäten von BETonSPORTS zu schließen, deren Chef Anfang der Woche in Dallas festgenommen wurde, als er am Flughafen umsteigen wollte.

Die Papiere von BETonSPORT waren vom Handel ausgesetzt, nachdem sie am Montag um 15 Prozent eingebrochen waren. Die Aktien von Sportingbet, PartyGaming, 888 Holdings und BETandWIN verloren jeweils rund zehn Prozent. Bereits am Montag hatten die Unternehmen insgesamt mehr als 400 Mio. Euro an Wert verloren.

Haftbefehl

Das US-Justizministerium erklärte weiters, dass gegen den Gründer von BETonSPORTS, Gary Kaplan, sei ein Haftbefehl erlassen worden.

BETonSPORTS wendet sich zwar an Kunden in den USA, hat seinen Sitz aber außerhalb der Vereinigten Staaten, um nicht deren Gesetzgebung zu unterliegen. Insbesondere der Wire Act aus dem Jahr 1961 verbietet den Gebrauch von Datenübertragung per Kabel für Wetten auf Sportereignisse oder andere Wettbewerbe.

BETonSPORTS-Chef David Carruthers wollte in den USA eine Kampagne zur Regulierung und Legalisierung von Internet-Wetten starten. Die Bundespolizei FBI wies vier Telefongesellschaften an, BETonSPORTS keine Dienste mehr zur Verfügung zu stellen. Die US-Behörden werfen Carruthers und anderen Branchenvertretern Gaunerei, Verschwörung und Betrug vor. (APA)

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