Skandinavische PiratInnen verbünden sich gegen Medienkonzerne

18. Juli 2006, 09:20
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"Pro Piracy Lobby" fordert: "Hände weg vom Internet" - Versicherung gegen Klagen der Industrie

Geplant war es als schwerer Schlag gegen den Tausch in P2P-Netzen, doch dabei hatten Film- und Musikindustrie wohl die Rechnung ohne die Gegenseite gemacht: Nach dem - misslungenen - Versuch den schwedischen Bittorrent-Tracker ThePiratebay.org offline zu nehmen, verstärken sich die politischen Aktivitäten gegen die Vorstellungen der Unterhaltungsindustrie zusehends.

Unter gemeinsamer Flagge

So haben sich nun eine ganze Reihe von skandinavischen Bürgerrechtsbewegungen zur "Pro Piracy Lobby" zusammengeschlossen. Deren erklärtes Ziel ist es, eine gemeinsame Basis für alle zu schaffen, die sich gegen die repressiven Vorstellungen der Musik- und Filmindustrie im Bereich Urheberrechtsschutz wehren wollen.

Nicht aufzuhalten

So fordert man offen den P2P-Tausch - auch von urheberrechtlich geschütztem Material - zu legalisieren oder zumindest zu akzeptieren. Man werden ohnehin kopieren was immer man wolle. Wer glaube File Sharing über das Internet mit Klagen verhindern zu können, befinde sich auf dem Holzweg, die einzige Möglichkeit dies zu erreichen, sei gleich das ganze Netz abzuschalten.

Versicherung

Auf der Webseite der Allianz weist man auch auf ein neues Angebot hin, das zumindest vor den finanziellen Folgen der Klagen der Unterhaltungskonzerne schützen soll: Für rund 15 Euro pro Jahr bietet ein schwedisches Unternehmen eine Versicherung gegen die Strafverfolgung an.

Mitglieder

Zu den Gründungsmitgliedern der Allianz gehören neben Piratbyrån aus Schweden auch die norwegischen und dänischen Piratgruppen, das Künstlernetzwerk Artliberated Network und das piratecinema.org aus Berlin. Wie die Herkunft mancher der Gruppen schon zeigt, will man sich nicht auf den skandinavischen Raum beschränken sondern bald global agieren. (red)

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