Iran will "umfassenden" Plan zur Lösung der Krise unterstützen

18. Juli 2006, 14:40
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Außenminister Mottaki: Legitime Forderungen von Hisbollah und Libanesen berücksichtigen - Demonstration in Teheran gegen israelische Angriffe

Teheran - Die iranische Regierung hat ihre Unterstützung für "umfassende Pläne" zur Lösung der Nahostkrise zugesagt. Solche Lösungswege müssten "die legitimen Forderungen des (libanesischen) Volkes und des Widerstandes (der Hisbollah) berücksichtigen", sagte Außenminister Manouchehr Mottaki der iranischen Nachrichtenagentur IRNA am Dienstag in der Früh nach seiner Rückkehr aus Syrien, wo er auch mit Präsident Bashar Assad zusammengetroffen war.

Der Iran stehe mit "verschiedenen Parteien" in Verbindung, um eine "angemessene Vorgehensweise" bei der Lösung der Krise zu finden. Dabei müsse auch eine "Waffenruhe und der Austausch von Geiseln mit Israel in Betracht gezogen werden", sagte Mottaki. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Demonstration in Teheran gegen israelische Angriffe

Mehr als 1000 Menschen haben am Dienstag in der iranischen Hauptstadt Teheran gegen die israelischen Angriffe auf den Libanon protestiert. Einige der Demonstranten trugen gelbe Flaggen mit dem Emblem der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah. Andere trugen Plakate mit dem Slogan "Nieder mit den USA" oder riefen "Nieder mit Israel".

Parlamentspräsident Gholamali Haddadadel sagte den Demonstranten, wenn Israel zur Befreiung einer Geisel hunderte Menschen töten dürfe, hätten die Palästinenser und Libanesen auch das Recht, für die Befreiung ihrer tausenden Gefangenen zu kämpfen. Iran unterstützt die Hisbollah nach eigenen Angaben moralisch, bestreitet aber den Vorwurf, die Miliz habe bei den jüngsten Angriffen auf Israel iranische Waffen verwendet. Auch die radikal-islamische Palästinensergruppe Hamas wird von der Regierung in Teheran unterstützt. Auslöser für die vor einer Woche von Israel gestartete Militäroffensive im Libanon war die Entführung zweier Soldaten durch die radikal-islamische Hisbollah-Miliz im libanesisch-israelischen Grenzgebiet.

In Berlin waren am Montag rund 1200 Libanesen und Palästinenser auf die Straßen gegangen und hatten gegen Israel protestiert. (APA/dpa/Reuters)

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