Opernair mit Ruinenfeeling

17. Juli 2006, 19:51
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Giuseppe Verdis "Nabucco" in Gars am Kamp ist heuer ein wenig schwerfällig geraten

Mut gehört dazu, im Waldviertel eine Sommeroper unter freiem Himmel zu veranstalten. Zumindest hochwassergefährdet ist die Ruine der Babenberger-Stammburg in Gars nicht, blickt sie doch von felsiger Anhöhe hinab auf den Kamp. Ein kräftiger Regenguss kurz vor der Premiere von Giuseppe Verdis Nabucco war nicht unerwartet. Während der Vorstellung beruhigte sich der Himmel, Blitz und Donner gab es nur als Theatereffekt. Bühnenbild und Inszenierung stammen in Gars stets von Karel Drgac, dem Gründer des Opernair und auch die Brünner Symphoniker mit Dirigent Ivan Parik sind von Anfang an mit dabei.

Drgacs "Nabucco" ist heuer ein wenig schwerfällig geraten. Das gleich bleibende Bühnenbild bietet wenig fürs Auge. Josef Jelinek, zuständig für die Kostüme, sorgt allein für die Opulenz, die eine Verdi-Sommeroper nötig hat. Der Chor agiert rundum erfreulich, bei den Solisten kann man mit keinem hundertprozentig zufrieden sein - Mihály Kálmándi (Nabucco), Ludmila Magomedova (Abigaille) machten in der Premierenbesetzung den stärksten Eindruck. (kivi/ DER STANDARD, Printausgabe, 18.7.2006)

Opernair Gars am Kamp bis 13. 8.
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    foto: opern air gars am kamp
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