FeministAttac in Vorarlberg: Rosen ohne Dornen

17. Juli 2006, 19:37
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Rund 150.000 Frauen arbeiten auf Blumenplantagen im Süden - KäuferInnen fordern faire Blumenproduktion

Dornbirn - Rund 150.000 Frauen arbeiten in den Ländern des Südens auf Blumenplantagen, der Großteil davon unter menschenunwürdigen Bedingungen. Konsumenten in Vorarlberg fordern nun Alternativen. "Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger wollen Blumen aus fairem Handel", sagt Doris Zucalli, Sprecherin von FeministAttac. Die globalisierungskritische Organisation fordert den Blumenhandel mit einer Unterschriftenaktion auf, zertifizierte Produkte auf den Markt zu bringen.

Wie Rosenhändler Marco Waibel, einer von vier Vorarlberger Importeuren. Über Waibel werden 150 Detailgeschäfte mit fair produzierten Rosen beliefert. Was "der Rosenwaibel"nicht selbst in Vorarlberg oder auf Teneriffa erzeugen kann, bezieht er aus Ecuador von Farmen, die nach den Richtlinien des Flower Label Programmes (FLP) arbeiten und regelmäßig kontrolliert werden. Waibel: "Wir haben uns die Betriebe selbst angeschaut und sind von der fairen Produktion überzeugt."

Absicherung

Die FLP-Kampagne wird von der Menschenrechtsorganisation Fian und der Südwind Agentur getragen. Bedingungen für das Zertifikat: Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, Festanstellung und existenzsichernde Löhne, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit, Verbot hochgiftiger Pflanzenschutzmittel. 60 Farmen mit 15.000 Beschäftigten sind mittlerweile zertifiziert. Ein grün-rotes Pickerl, das, je nach Blickwinkel, eine Rose oder eine Frau mit Kopfschmuck zeigt, verweist auf FLP-Produkte im Blumengeschäft. (jub/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.7. 2006)

  • Faire Flowerpower.
    foto: standard/hofbauer
    Faire Flowerpower.
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