Architekturschau: Austria goes China

17. Juli 2006, 19:18
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Stephansdom als "Sculptural Architecture": Ausstellung präsentiert in Peking und Guangzhou Highlights heimischer Baukunst von Gotik bis Gegenwart

Wien - Der Wiener Stephansdom ist nur eines der Beispiele österreichischer Baukunst, die in den chinesischen Städten Peking und Guangzhou im Rahmen der von Architekt Hans Hollein kuratierten Ausstellung "Scupltural Architecture in Austria" gezeigt werden. Von der Gotik bis zur Gegenwart spannt sich der Bogen der in Form von Modellen, Zeichnungen und Fotos präsentierten Objekte von fünfzig Architekten(teams). Dazu gehören auch Fischer von Erlach, Raimund Abraham, Baumschlager-Eberle, Günther Domenig, Walter Pichler und Coop Himmelb(l)au (ab 8. August in Peking).

Morak: "China ist der größte Bauplatz der Erde"

"China ist der größte Bauplatz der Erde", so Kunststaatssekretär Franz Morak (V) bei einer Pressekonferenz am Montag. "Wir wollen mit dieser Ausstellung eine Duftmarke an einem der wesentlichsten Marktplätze der Erde hinterlassen". Derzeit baue gerade ein österreichisches Team in Peking, das Architekturbüro Baumschlager-Eberle. Dass es mit Hilfe der Schau weiteren Österreichern gelingt, an eines der unzähligen Bauprojekte heranzukommen, sei eine durchaus berechtigte Hoffnung, so Morak weiters.

Stephansdom als "Sculptural Architecture"

Österreich spiele eine bedeutende Rolle in der weltweiten Entwicklung einer skulpturalen Ausdrucksform, meinte Hollein. Auch der Stephansdom sei ein Beispiel für skulpturale Architektur, so Hollein weiters. Er sei, ähnlich wie die Pagode von Nanjing, "kein Habitat, sondern ein kultisches Zeichen". Jene Pagode komme übrigens auch in der Schau vor, als Zeichnung aus einem Buch des Barockarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach, der, so Hollein, "das erste Buch über globale Weltarchitektur, wo bereits Stonehenge vorkommt", schrieb. Auch Bauten Fischer von Erlachs sind repräsentiert, wie das Schloss Schönbrunn, die Karlskirche, oder die Pestsäule.

Schwerpunkt Jahrhundertwende

Ein Schwerpunkt kommt der modernen Architektur der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu. Vertreten sind Joseph Maria Olbrich, Otto Wagner, Josef Hoffmann und Adolf Loos. Auch Karl Ehns Wiener Wohnhausanlage "Karl Marx Hof" aus den dreißiger Jahren ist dabei, die bis heute als herausragendes Beispiel sozialen Wohnbaus aus der europäischen Zwischenkriegszeit gilt. Weiters gibt es Beispiele von Richard Neutra, Rudolph Schindler, Friedrich Kiesler, sowie Fritz Wotruba.

Zeitgenössische Architektur im Hauptteil

Der Hauptteil der Ausstellung ist der zeitgenössischen Architektur gewidmet. Zu sehen sind dabei sowohl realisierte Bauten, als auch Projekte und Visionen. Dazu gehören Coop Himmel(b)lau mit ihrem ersten Projekt, einem Dachausbau in Wien, aber auch ihrer derzeit in Bau befindlichen BMW Welt in München. Weitere Exponenten: Gustav Peichl, Hans Hollein, Boris Podrecca, Delugan Meissl Associated Architects, Klaus Kada, Hermann Czech, henke und schreieck Architekten, Wolfgang Tschapeller, und die Brüder Ortner und Ortner.

Auch Bauten internationaler Architekten in Österreich sind zu sehen, wie die Berg Isel Schanze von Zaha Hadid, oder die Modelle der projektierten Hochhäuser von Jean Nouvel und Dominique Perrault. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema "Einfamilienhaus", die als Modelle gezeigt werden.

Die Schau wird zuerst im National Art Museum of China in Peking gezeigt (8. bis 23. August), und übersiedelt dann in das Guangdong Museum of Art nach Guangzhou, dem ehemaligen Kanton (14. Oktober bis 23. November). (APA)

Ausstellung "Sculptural Architecture in Austria"
8. - 23. August in Peking
14. Oktober bis 23. November in Guangzhou
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    Der Stephansdom, so Hans Hollein, sei ähnlich wie die Pagode von Nanjing, "kein Habitat, sondern ein kultisches Zeichen".

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