Israel: Schiitische Achse im Visier

18. Juli 2006, 06:39
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Unterstützer der Hisbollah versichern einander Waffenhilfe

Das israelische Säbelrasseln gegen Syrien wird mit jedem Tag der Militäroperation gegen die Hisbollah lauter. Allerdings kann niemand voraussagen, ob die israelischen Generäle tatsächlich mit dem Gedanken spielen, nach Gaza und dem Libanon eine dritte militärische Front zu eröffnen.

Syrien unterstützt Libanon

Der syrische Präsident Ba-shar al-Assad hat am Wochenende seinem libanesischen Amtskollegen Emile Lahoud jede Unterstützung zugesagt, um mit den Angriffen Israels fertig zu werden. Das war sein erster Kommentar, seit dem Ausbruch der Konfrontation zwischen Israel und der Hisbollah, die von Syrien und dem Iran unterstützt wird.

Die Hisbollah hat sich vor der Entführung der beiden israelischen Soldaten nicht mit der eigenen Regierung in Beirut abgesprochen, aber man kann davon ausgehen, dass sie diese risikoreiche Aktion nicht ohne die Zustimmung von Damaskus und Teheran initiiert hat. Während die schiitische Widerstandsorganisation aus Teheran Geld und Waffen bezieht und die iranischen Mullahs die Ideologie vorgeben, ist Syrien als Transitland unentbehrlich. Die Hisbollah ist im Gegenzug ein wichtiges Instrument, mit dem Damaskus auch nach dem Abzug der Truppen Einfluss im Zedernstaat ausüben kann und mit dessen Hilfe sich ein Stellvertreterkrieg gegen Israel führen lässt.

Während der im Juni 2000 verstorbene syrische Präsident Hafez al-Assad die islamischen Fundamentalisten persönlich verabscheute, hat sein Sohn Bashar die Beziehungen zu Hassan Nasrallah sehr viel enger gestaltet. Diese Entwicklung lief parallel mit der Verbesserung der Beziehungen zu Teheran und der Bildung einer strategischen Allianz mit dem Mullah-Regime. Die Verträge gehen allerdings nicht so weit, dass die beiden Länder darin verbrieft hätten, im Fall eines Angriffes sich gegenseitig zu beschützen. Im aktuellen Fall hat Irans Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad seinem syrischen Amtskollegen aber versichert, dass ein israelischer Angriffen gegen Damaskus einem Angriff auf die ganze islamische Welt gleichkommen und entsprechend beantwortet würde. (Astrid Frefel aus Kairo/DER STANDARD, Printausgabe, 18. 07. 2006)

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