Kunststoff-Implantat ermöglicht normale Gesichtsbildung

24. Juli 2006, 13:03
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Ohne Augäpfel geborenen Kindern wird so zu einem symmetrischen Knochenwachstum verholfen

Rostock - Anophthalmie ist eine Fehlbildung, bei der Kinder mit nur einem oder gar keinem Augapfel geboren werden. Dies bedeutet nicht nur (Teil-)Blindheit, sondern hat auch Auswirkungen auf das Knochenwachstum im Gesicht: Die Lidspalte und die das Auge umgebenden Gesichtsknochen wachsen nicht wie bei einem gesunden Kind, als Folge sieht die Gesichtsregion um das Auge herum eingefallen aus.

Hier kann ein neuer Kunststoff wenigstens für das Auftreten in der Öffentlichkeit Hilfe bieten: Der Kunststoff, der in die Augenhöhle eingebracht wird, quillt dort selbstständig auf, erklärt Michael Schittkowski von der Universitäts-Augenklinik in Rostock. Durch den entstehenden Druck könne die meist zu klein geratene Augenhöhle wachsen. Wenn das Wachstum abgeschlossen ist, werden dann herkömmliche Augen-Prothesen eingesetzt.

"Das Ergebnis der Behandlung ist auf lange Sicht ein äußeres Erscheinungsbild, das nicht offensichtlich durch Blindheit gezeichnet ist." Insbesondere gelte dies für Patienten, denen nur ein Auge fehlt, und bei denen durch die zu klein geratene Augenhöhle auch das Gesicht nicht symmetrisch ist. "Bei diesen Patienten wird zusätzlich die Bildung von Knochensubstanz im Gesicht angeregt", so Schittkowski. (APA/red)

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