Voodoozauber

9. Oktober 2006, 14:54
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Sozialpornografie mit Oliver Geissen - Sagen wir nur so viel: Oberhalb der Gürtellinie wird hier gar nichts mehr ausgefochten ...

Dass es das noch immer gibt, ist eigentlich noch trauriger, als die so genannten Inhalte, mit denen ein Format wie die Oliver Geissen Show auf RTL fünfmal die Woche kurz nach Mittag die ärgste Sozialpornografie betreibt. Nach dem unseligen Vorbild der US- amerikanischen Jerry- Springer-Show lässt Gastgeber Geissen Menschen mit den Problemen, die sie miteinander haben, pädagogisch wertlos aufeinander los.

Da fallen dann zum Thema "Teeniesorgen – Meine Mutter raubt mir den letzten Nerv" Wortmeldungen, die man gar nicht wiedergeben kann oder will. Sagen wir nur so viel: Oberhalb der Gürtellinie wird hier gar nichts mehr ausgefochten.

So weit, so bekannt. Das Widerliche an solchen Formaten ist, neben der Tatsache, dass hier jemand, der es offensichtlich nicht mitkriegt, grausam vorgeführt wird, aber das betuliche, scheinbar "problemlösungsorientierte" Geschwafel des Moderators, der mit seinen Fragen natürlich nur eines bezweckt: Öl ins Feuer zu gießen.

Oliver Geissen, ein Mann, der aussieht, als würde er zum selben Friseur und ins selbe Solarium wie Rainhard Fendrich gehen, dem wünschen wir hier deshalb einmal ganz böse Voodoo-mäßig, dass er jede Nacht von all den hässlichen, dicken, Nägel beißenden und sich im Dienste einer Quote gegenseitig angeifernden armen Würschteln, die er täglich noch eine Spur unglücklicher macht, im Traum heimgesucht wird. Das wäre jene Gerechtigkeit, die keiner dieser geköderten Gästen je erfährt. (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 18.7.2006)

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    Oliver Geissen

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