18. Juli 2006, 15:09
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Graz - Die Junge Generation in der SPÖ Steiermark zeigte sich am Montag empört über ein Flugblatt mit ihrer Ansicht nach "rassistischem Inhalt", das zu Ende des Sommersemesters 2006 vor der Montanuniversität verteilt worden war. Der steirische JG-Landesvorsitzende LAbg. Hannes Schwarz meinte, in dem von Burschenschaftern verteilten Flugblatt sei u.a. von "Zuzug als Verbrechen an unserem Volk" sowie von "abstrusen familienpolitischen Abhandlungen" die Rede.

"Rassistische Fantastereien"

"Derartige rassistische Fantastereien rechtsextremen Inhalts haben an Österreichs Universitäten nichts verloren, sind aufs Schärfste zu verurteilen und deren Verbreitung mit allen politisch und juristisch gebotenen Mitteln zu verhindern", so Schwarz. Auf dem Flugblatt seien auf der Vorderseite eine türkische Fahne, eine Demonstration sowie Flammen zu erkennen, auf der Rückseite sei u.a. davon die Rede, dass das "Ersetzen des eigenen Nachwuchses durch massenhaften Zuzug von Fremden ein Verbrechen an unserem Volk und dessen Zukunft" sei.

Rechtlich geprüft

Montanuni-Rektor Wolfhard Wegscheider hatte sich laut "Kleine Zeitung" vom Sonntag überrascht von dem Flugblatt gezeigt. Die Burschenschafter wollten wahrscheinlich Stimmung für die Wahl machen. Er fände es bedauerlich und kämpfe an vorderster Front, dass die Situation für ausländische Studenten und Professoren an der Montanistik zufrieden stellend sei. "Es ist aber Wahlkampf, und da muss man Meinungsfreiheit zulassen. Ich habe den Inhalt des Flugblattes rechtlich prüfen lassen und er ist nicht bedenklich", so Wegscheider laut der Regionalausgabe der Zeitung: "Auf der Straße darf jeder austeilen, was er will". Das Flugblatt soll von den akademischen Burschenschaften Cruxia und Leder stammen.

JG-Chef Schwarz bezeichnete die Aussagen Wegscheiders "bestenfalls als halbherzig". Er erwarte von einem Universitätsverantwortlichen eine "klare und scharfe Verurteilung dieser Aktion und das Ergreifen geeigneter Maßnahmen", dass so etwas an der Montanuni Leoben nicht nochmals passieren könne. (APA)

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