Für Industrie sind noch Detailfragen zu klären

17. Juli 2006, 14:20
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Spartenobmann Welser fordert "Rücksichtnahme auf die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Österreich"

Wien - Wolfgang Welser, Obmann der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), zeigte sich am Montag über die am vergangenen Freitag erzielte Einigung in Sachen Emissionszertifikate "besorgt". Auch wenn eine Einigung erzielt wurde, gelte es, viele offene Detailfragen noch zu klären. "Ich erwarte, dass dabei auch auf die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Österreich Rücksicht genommen wird", so Welser in einer Aussendung.

Die bestehende hohe Effizienz der Anlagen und die in manchen Branchen sehr hohen Anteile an technisch nicht beeinflussbarem Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) verlangen zur Einhaltung der Vorgaben "einen Kraftakt, der teilweise über die Grenze des derzeit technisch und wirtschaftlich Darstellbaren hinaus geht." Bei den gegenwärtigen Marktpreisen für Zertifikate und aufgrund der Differenz zwischen Bedarf und Zuteilung erwachse der Industrie eine jährliche Kostenbelastung von 40 Millionen Euro.

Steigende Preise erwartet

Es werde erwartet, dass in allen Staaten der EU die Zuteilungen in der zweiten Phase des europäischen Emissionshandels im Vergleich zur ersten Phase eingeschränkt werden. "Leider ist aber damit zu rechnen, dass die Preise der Zertifikate steigen werden. Rechnet man die Basis des bereits schon erreichten Preisniveaus ein, so ist eine Verdoppelung der genannten jährlichen Belastung gewiss." Die Situation sei deshalb "sehr schwierig", so Welser. "Die genannten Endsummen für die Zuteilung lassen die volle Problematik der technischen Grenzen, des notwendigen Wirtschaftswachstums, des internationalen Wettbewerbsdrucks und der unterschiedlichen Branchenstrukturen nicht klar zutage treten. Insgesamt erwarte ich mir, dass mit der politischen Einigung nun jedenfalls die standortpolitisch notwendige Rechsicherheit gegeben ist."

Die Einigung von vergangener Woche sieht für die Industrie für den Zeitraum 2008 bis 2012 ein jährliches Emissionskontingent von 24,2 Millionen Tonnen CO2 vor. (red)

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    Wolfgang Welser, WKÖ-Spartenobmann, sieht eine "schwierige Situation"

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