Als Clownin Kirche und Welt bewegen

24. August 2006, 12:18
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Sommerstudientagung der kfbö: Die evangelische Theologin Gisella Matthiae über die aufbrechende und verändernde Kraft der Clownerie

Bei der dem Wandel von Gottes- und Menschenbildern gewidmeten Sommerstudientagung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs hielt die selbst als Clownin arbeitende deutsche evangelische Pfarrerin und Erwachsenenbildnerin Gisela Matthiae im Bildungshaus St. Michael in Matrei am Brenner ein Plädoyer für die aufbrechende und verändernde Kraft der Clownerie.

Glaube "eine verrückte Angelegenheit"

Frauen sollten darauf setzen und "im Ebenbild der Clownin Gott" Kirche und Welt bewegen. "Clownerie durchbricht einengende und ungerechte Strukturen, kehrt Verhältnisse um, nennt die Dinge beim Namen, stellt Schattenseiten heraus, begegnet liebevoll den Schwächen und Schwachen und entdeckt noch in der größten Ausweglosigkeit neue Möglichkeiten", betonte Matthiae. Diese Merkmale zeichnen auch zahlreiche biblische Geschichten aus, deren Wahrheiten oft so gar nicht in das übliche Denken passen. "Doch wo diese Merkmale in der Bibel auftreten ist Gott selbst am Werk, in seinem Geistwirken, als Schöpfer, in Jesus Christus", ist die geschäftsführende Studienleiterin des Frauenstudien- und bildungszentrums der Evangelischen Kirche Deutschland in Gelnhausen bei Frankfurt überzeugt. Für sie ist der Glaube "eine verrückte Angelegenheit", die eine gerechte und friedliche Welt verheißt, obwohl unsere reale Welt tatsächlich davon weit entfernt ist. Doch zugleich seien es diese Verrücktheiten, die heilsam sind, so Matthiae: "Sie brechen mit herrschendem Unrecht, sie nehmen nichts einfach als gegeben hin, sie vertrauen auf das mehr, auf die Fülle, auf eine andere Welt, die möglich ist." (red)

  • Gott als Clownin ist für Dr.in Gisela Matthiae eine überlegenswerte Metapher.
    foto: kfboe
    Gott als Clownin ist für Dr.in Gisela Matthiae eine überlegenswerte Metapher.
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