Guatemala: Brutale Frauenmorde drastisch angestiegen

18. Juli 2006, 18:33
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Amnesty: Nur drei Prozent der Mörder werden verhaftet

Die Zahl der Frauenmorde in Guatemala ist dieses Jahr erschreckend gestiegen, "während die Regierung tatenlos zusieht". Dies geht aus einem Bericht von Amnesty International (ai) hervor, der heute, Montag, veröffentlicht worden ist.

2005 sollen demnach mindestens 665 Frauen und Mädchen grausam ermordet worden sein. 2004 wurden 527 Fälle registriert, in den Jahren davor 383 beziehungsweise 163 Fälle.

Zunahme

Die Tendenz deutet auf eine weitere Zunahme hin. Zwischen Jänner und Mai 2006 gab es bereits offiziell 229 Opfer. Die Dunkelziffer wird jedoch bedeutend höher eingeschätzt. "Die Mörder haben nichts zu befürchten, nur in drei Prozent der Fälle kommt es zu Verhaftungen, 70 Prozent der Taten werden gar nicht untersucht", so die Menschenrechtsorganisation.

Die Opfer stammen vermehrt aus armen und von kriminellen Banden kontrollierten Großstadtvierteln. Hinter den Morden vermutet ai Rache für sexuelle Abweisung, Kontakte der Frauen zu Mitgliedern von gegnerischen Straßengangs sowie Beseitigung unerwünschter Zeugen. Guatemala liegt in Zentralamerika und hat rund 12.300.000 Einwohner. (APA)

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