Israel plant laut Armeeradio "Sicherheitszone" im Südlibanon

17. Juli 2006, 14:51
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Zerstörung von Hisbollah-Positionen in Grenznähe - Mofaz: Keine Bodenoffensive - Außenamtssprecher: "Diplomatische Lösung"

Jerusalem - Israel plane die Einrichtung einer Art "Sicherheitszone" im Süden des Libanon, um die schiitische Hisbollah von der Grenze fern zu halten, berichtete am Montag der israelische Armeerundfunk. Planierraupen seien bereits in das Gebiet vorgedrungen, um verlassene Hisbollah-Stellungen zu zerstören, meldete das Militärradio. Die Hisbollah hat am Montag erneut die israelische Hafenstadt Haifa mit Raketen beschossen. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Israel hatte im Mai 2000 seine "Sicherheitszone" im Südlibanon geräumt. Eine erneute Okkupation von libanesischem Territorium durch Israel wäre für die EU nicht akzeptabel, hat der finnische Außenminister Erkki Tuomioja als EU-Ratsvorsitzender klargestellt.

Mofaz: Keine Bodenoffensive

Der israelische Verteidigungsminister und Vizepremier Amir Peretz bestätigte am Montag Pläne des Militärs, eine "Sicherheitszone" im Südlibanon einzurichten. Die israelischen Streitkräfte würden die Hisbollah-Miliz künftig davon abhalten, in diese Pufferzone einzurücken, erklärte Peretz bei einem Besuch der nordisraelischen Stadt Naharia. Diese war in den vergangenen Tagen häufig von Katjuscha-Raketen getroffen worden, die Hisbollah-Milizionäre aus dem Südlibanon abgefeuert hatten.

Peretz ließ offen, in welcher Weise Israel diese Pufferzone durchsetzen wolle. Der Verkehrsminister und ehemalige Verteidigungsminister Shaul Mofaz hatte zuvor eine Bodeninvasion im Südlibanon "zum gegenwärtigen Zeitpunkt" ausgeschlossen. Der israelische Außenamtssprecher Mark Regev sagte am Montag: "Wir wissen, dass es keine militärische Lösung gibt, um die Hisbollah zu neutralisieren. Die Lösung ist diplomatisch."

Die Interessen Israels würden sich nicht von denen der internationalen Gemeinschaft unterscheiden, betonte der Sprecher. Zugleich kritisierte er, dass die derzeitige Krise hätte vermieden werden können, hätte die internationale Gemeinschaft "mehr Entschiedenheit an den Tag gelegt". (APA/Reuters)

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