Sony-BMG-Fusion gekippt: Bertelsmann will sich mit EU-Kommission verständigen

26. Juli 2006, 12:59
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Bertelsmann rechnet mit formaler Verfahrens-Wiederaufnahme

Nach der Aufhebung der Fusionsgenehmigung für die Musiksparten von Bertelsmann und Sony erwartet der deutsche Medienkonzern keinen unmittelbaren Neubeginn des Verfahrens. "Wir gehen nicht davon aus, dass die formale Wiederaufnahme des Fusionskontrollverfahrens unmittelbar bevorsteht", sagte ein Bertelsmann-Sprecher am Montag. "Zuvor werden wir uns mit der EU-Kommission verständigen, welche neuen Informationen benötigt werden." Der Europäische Gerichtshof hatte die Sony-BMG-Fusion am vergangenen Donnerstag zunächst gestoppt.

Neuer Antrag

Zuvor hatte ein Sprecher der EU-Kommission angekündigt, Bertelsmann Music Group (BMG) und Sony Music müssten binnen sieben Tagen einen neuen Antrag auf kartellrechtliche Genehmigung stellen. In diesem Fall handelt es sich jedoch um keine Neuanmeldung, sondern eine Aktualisierung des früheren Verfahrens.

Die Kommission hatte im Juli 2004 entschieden, der Zusammenschluss unter dem Namen Sony BMG sei vereinbar mit dem gemeinsamen Markt.

Das Gericht urteilte dagegen, die Kommission habe Fehler bei der Prüfung gemacht. Die Kommission hat zunächst zwei Monate Zeit, um zu entscheiden, ob sie Rechtsmittel einlegt.

Heutige Marktbedingungen als Grundlage

Eine erneute Prüfung der Kommission erfolgt den Angaben zufolge auf der Grundlage der heutigen Marktbedingungen. Sony BMG hat allerdings seit der Fusion Anteile auf dem weltweiten Musikmarkt verloren. Der Bertelsmann-Sprecher bekräftigte aber erneut, dass es keine Verkaufsabsichten für die Sparte gebe. Gegen die Fusionsgenehmigung hatte Impala, eine internationale Vereinigung von 2500 unabhängigen Musikproduzenten, geklagt. (APA/dpa)

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