Verteidigungsminister: Taliban vor der Zerschlagung

18. Juli 2006, 16:23
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Wardak: Schwere Verluste der Rebellen - Vor Kommando-Übergabe in Südafghanistan

Singapur/Kabul - Der afghanische Verteidigungsminister Rahim Abdul Rahim Wardak hat sich optimistisch geäußert, dass der Widerstand der Taliban in Südafghanistan bis Jahresende gebrochen werden könne. "Ich glaube, es wird in dem kommenden zwei bis drei Monaten deutliche Veränderungen geben", sagte General Wardak der "Financial Times" (Montagausgabe). Der afghanische Geheimdienst habe erfahren, dass sich die Kommandostruktur der radikalen Moslem-Gruppe wegen ihrer schweren Verluste auflöse und dass viele Kommandanten nach Pakistan flöhen.

"So wie die Taliban kämpfen, scheinen sie verrückt zu sein. Sie können es nicht mit diesen Streitkräften aufnehmen und deswegen erleiden sie meist schwere Verluste. Sie können so nicht weiter machen", sagte der Verteidigungsminister. Im Juni hatten die von den USA angeführten Koalitionstruppen im Süden Afghanistans eine Offensive gegen die Taliban gestartet. Ende Juli sollen Truppen unter NATO-Kommando die Kontrolle über die Region übernehmen.

Heftige Auseinandersetzungen

Vor dieser Kommandoübergabe sind die Auseinandersetzungen heftiger geworden. Nach Wardaks Worten haben die Taliban-Kämpfer ihre Angriffe gerade wegen der bevorstehenden Stationierung von NATO-Truppen intensiviert.

In der Provinz Helmand haben die Koalitionstruppen nach eigenen Angaben den Unterschlupf eines Taliban-Kommandanten zerstört. Dem seien die schwersten Gefechte seit dem Sturz der Taliban-Regierung 2001 vorausgangen. In Nausad flauten die Kämpfe nach Angaben eines britischen Militärsprechers ab, nachdem ein von Taliban-Kämpfern besetztes Krankenhaus gestürmt worden war. Die Koalitionstruppen waren aus dem Gebäude heraus beschossen worden. Später habe sich herausgestellt, dass in dem Krankenhaus nur Kämpfer und keine Zivilisten gewesen seien. (APA/Reuters)

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