Chronologie: Jahrelanger Streit um Rechtschreibreform

17. Juli 2006, 12:56
posten

Wichtige Etappen seit 1996

Hamburg - Wichtige Etappen im jahrelangen Streit um die Rechtschreibreform:

  • 1. Juli 1996: Nach mehr als zehnjähriger Beratung einer Expertenkommission unterzeichnen Deutschland, Österreich, die Schweiz, Liechtenstein und die Länder mit deutschsprachiger Minderheit eine Erklärung zur Rechtschreibreform.

  • 6. Oktober 1996: Auf der Frankfurter Buchmesse unterschreiben 100 Schriftsteller und Wissenschafter die "Frankfurter Erklärung" für einen Stopp der Reform.

  • 2. Juli 1998: Der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) weist Anträge zur Prüfung der Rechtmäßigkeit der Rechtschreibreform "als unzulässig zurück".

  • 14. Juli 1998: Auch das deutsche Bundesverfassungsgericht erklärt die Reform für rechtmäßig und weist eine Klage als unbegründet ab.

  • 1. August 1998: Die neue Rechtschreibung tritt für alle Schulen und Behörden in Kraft. Die Übergangszeit, während der auch die alte Schreibweise erlaubt ist, läuft aber noch bis 1. August 2005.

  • 31. Juli 1999: Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen setzen die Reform um - allerdings mit einigen Besonderheiten.

  • 1. August 1999: Nahezu alle Zeitungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erscheinen nach den neuen Regeln.

  • 1. August 2000: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" kehrt zur alten Schreibweise zurück. Vier Jahre später folgt der Axel-Springer-Verlag weitgehend.

  • 17. Dezember 2004: Der Rat für deutsche Rechtschreibung konstituiert sich in Mannheim. Die Expertengruppe soll Empfehlungen zu besonders strittigen Punkten abgeben.

  • 8. April 2005: Der Rat plädiert dafür, die Reform teilweise rückgängig zu machen und etwa wieder mehr Verben zusammenzuschreiben.

  • 1. August 2005: In Schulen und Behörden werden die als weitgehend unstrittig geltenden Teile der Rechtschreibreform endgültig verbindlich. Vom vollständigen In-Kraft-Treten vorläufig ausgenommen werden die Regeln zur Getrennt- und Zusammenschreibung, Silbentrennung und Zeichensetzung, für die der Rat Änderungsvorschläge ausarbeiten soll. Hier soll vorerst an den Schulen "Toleranz geübt werden" und vorerst beide Schreibweisen zulässig sein.

  • 3. Februar 2006: Der Rat für deutsche Rechtschreibung beschließt Änderungen für die Groß- und Kleinschreibung. Zuvor hatte er bereits Änderungsvorschläge für die Bereiche Getrennt- und Zusammenschreibung sowie Silbentrennung und Zeichensetzung vorgelegt.

  • 27. Februar 2006: Der Rat übergibt nach einjähriger Arbeit seine Korrekturvorschläge.

  • 30. März 2006: Die deutschen Ministerpräsidenten sowie das österreichische Bildungsministerium stimmen den Änderungsvorschlägen zu. Als Datum des In-Kraft-Tretens wird der 1. August 2006 vereinbart - an deutschen Schulen mit einer einjährigen, an österreichischen mit einer zweijährigen Übergangsfrist.

  • 1. August 2006: Die Neuregelungen treten in Kraft.

  • (APA/dpa)
    Share if you care.