Wohnen in Österreich: MigrantInnen und ältere InländerInnen leben schlechter

21. Juli 2006, 09:36
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27 Prozent der SerbInnen und 18 Prozent der TürkInnen leben in Substandard-Wohnungen - 29.000 allein lebende ältere ÖsterreicherInnen mit WC am Gang

ZuwanderInnen leben in Österreich in erheblich schlechter ausgestatteten sowie kleineren Wohnungen als InländerInnen. Auch wenig qualifizierte und ältere InländerInnen befinden sich in einer schlechteren Wohnsituation. Dies ergaben Auswertungen der Statistik Austria aus der Volks-, Gebäude- und Wohnungszählung 2001.

Die Kinder von ZuwanderInnen leben daher öfter in schlecht ausgestatteten Wohnungen als Kinder von ÖsterreicherInnen, ermittelte die Statistik Austria. So leben im Durchschnitt aller österreichischen Haushalte nur mehr 27.000 der unter 15-Jährigen (2 Prozent) in Substandard-Wohnungen, während dies in Haushalten von Personen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens, den größeren neuen EU-Staaten, Rumänien und der Türkei (mit rund 127.000 Kindern) insgesamt 11,4 Prozent sind. Besonders trifft die schlechtere Wohnsituation serbische und türkische Kinder: 16,5 Prozent der Kinder in Haushalten von SerbInnen/MontenegrinerInnen und 14 Prozent jener in türkischen Haushalten leben in Kategorie-D-Wohnungen.

Die größte Diskrepanz besteht zwischen österreichischen Haushalten sowie Haushalten aus der Türkei und aus den Nachfolge-Staaten Jugoslawiens. 88 Prozent der Haushalte, deren "Haushaltsrepräsentant" österreichischer Staatsangehöriger ist, leben in Wohnungen der Kategorie A. Demgegenüber leben nur 55 Prozent der serbisch/montenegrinischen, 62 Prozent der türkischen sowie 75 Prozent der slowenischen Haushalte in den am besten ausgestatteten Kategorie-A-Wohnungen.

Substandard

Im Substandard (Kategorie D) lebt bei allen Gruppen nur mehr eine Minderheit: Während nur noch 2,5 Prozent österreichischer Haushalte in Wohnungen mit Substandardniveau anzutreffen sind, beträgt dieser Anteil bei SlowenInnen 10 Prozent, bei türkischen Haushalten 18,4 Prozent und bei Haushalten von SerbInnen/MontenegrinerInnn sogar 27 Prozent.

Wenn jemand zwar im Ausland geboren ist, aber mittlerweile die österreichische Staatsangehörigkeit besitzt, ist die Wohnsituation etwas günstiger: Wohnungen von in der Türkei geborenen HaushaltsrepräsentantInnen weisen einen Kategorie-A-Anteil von 75 Prozent und einen Kategorie-D-Anteil von 13 Prozent auf, jene von geborenen SerbInnen und MontenegrinerInnen 81 Prozent bzw. 8 Prozent. Die in Slowenien geborenen ÖsterreicherInnen kommen dem Kategorie-A- bzw. D-Anteil der Wohnungen der gebürtigen ÖsterreicherInnen mit 84 Prozent bzw. 3 Prozent schon sehr nahe.

Wohnungsgröße

Unterschiede zeigen sich auch bei der Wohnungsgröße: Sind die HaushaltsrepräsentantInnen türkische Staatsangehörige, dann entfällt in drei Fünftel der Wohnungen auf eine Person weniger als 20 m2. Im Unterschied dazu haben 67 Prozent der österreichischen Haushalte 20 bis 60 m2 Fläche pro Person zur Verfügung.

Von Befristungen der Mietverhältnisse sind türkische (31 Prozent) und bosnische Haushalte (29 Prozent) viel stärker betroffen als österreichische, die nur einen Anteil von 5 Prozent an befristeten Hauptmieten aufweisen.

Bildung unterscheidet

Aber auch zwischen Haushalten von ÖsterreicherInnen, deren Referenzperson Deutsch als Umgangssprache angegeben hat, bestehen je nach Bildungs- und Arbeitssituation markante Unterschiede: Der Kategorie-A-Anteil ist mit 95 Prozent bei Haushalten von höher gebildeten Angestellten und BeamtInnen (Matura oder Universität) am höchsten, während er bei FacharbeiterInnen-Haushalten nur 90 Prozent und bei HilfsarbeiterInnen-Haushalten nur mehr 80 Prozent beträgt. Auch allein lebende ältere Menschen (ab 60 Jahren) sind häufig in einer schlechten Wohnsituation: So wohnen 22.000 allein lebende Frauen und 7.000 allein lebende Männer auf Substandardniveau (ohne WC).

Die Ausstattungskategorien entsprechen im Wesentlichen dem Mietrechtsgesetz: Kategorie A verfügt über Zentral- oder gleichwertige Heizung, Bad oder Dusche und WC innerhalb der Wohnung; Kategorie B hat zwar Bad/Dusche und WC, aber Einzelofenheizung; Kategorie C hat nur WC und Wasserentnahme und Einzelofenheizung; Kategorie D ("Substandard") hat kein WC innerhalb der Wohnung, teilweise auch keine Wasserentnahme. (APA)

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