Schumacher hat wieder Träume

26. Juli 2006, 13:40
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Und die drehen sich um den achten WM-Titel: "Es ist noch längst nicht entschieden" - Hocken­heim soll Wende bestätigen

Magny-Cours - Die Wende scheint geschafft, der Weg zur Weltmeisterschaft bleibt dennoch weit. Trotz des achten Sieges auf seiner Paradestrecke Magny Cours, dem insgesamt 88. seiner einmaligen Formel-1-Karriere, kann Michael Schumacher den achten Titelgewinn nicht aus eigener Kraft schaffen. Immerhin darf der Ferrari-Star aber wieder ernsthaft auf die WM-Krone hoffen. "Das wäre natürlich das Traumergebnis. Das wäre die viel wichtigere Acht, wenn die am Ende auch noch da wäre", sagte der Rekord-Weltmeister zu den guten Perspektiven nach seinem Rekordsieg.

Italiens Medien jubelten nach dem prestigeträchtigen Triumph. "Ferrari, Herr im Hause Renault", titelte "La Stampa": "Der achte WM-Titel ist nicht mehr nur ein Traum". Die spanischen Blätter befürchten für ihren Helden hingegen harte Bewährungsproben. "Auf Alonso wartet ein höllischer Sommer", schrieb "Marca". "Der Spitzenreiter kam beim Großen Preis von Frankreich mit leichten Verbrennungen davon, weil er das Feuer mit einem hervorragenden zweiten Platz löschte."

Auf nach Hockenheim

Beim Heimrennen in Hockenheim in zwei Wochen will Schumacher dem Spanier weiter einheizen und seinen Aufwärtstrend fortsetzen. Dort wird sich zeigen, ob ihm und der Scuderia die Kehrtwende wirklich geglückt ist, oder ob Fernando Alonso und Renault erneut zurückkommen können. "Es ist wirklich sehr schwer vorhersehbar, ob wir es geschafft haben. Das hängt speziell von den Reifen ab, ob die optimal funktionieren, teilweise aber auch nur von Kleinigkeiten", sagte der Deutsche im Hinblick auf das böse Erwachen nach dem ersten Saisondrittel.

Schon einmal schienen die Roten die Blauen ins zweite Glied zurückgedrängt zu haben: Nachdem das Renault-Duo Alonso und Giancarlo Fisichella zum Auftakt die drei Überseerennen gewonnen hatte, schlug Schumacher in Imola und auf dem Nürburgring zurück. Statt danach einen imposanten Überholvorgang starten zu können, musste er den Titelverteidiger in den folgenden vier Grand Prix wieder davonziehen lassen.

Magny Cours als Indiz

Magny Cours ist allerdings ein Indiz für das Kräfteverhältnis in der Königsklasse. Wer auf dem Circuit de Nevers dominierte, hatte in den vergangenen Jahren auch meist auf den anderen Strecken die Nase vorn. Die späteren Weltmeister Nigel Mansell (1992), Alain Prost (1993), Damon Hill (1996), Jacques Villeneuve (1997) und Alonso (2005) gewannen jeweils auch den Großen Preis von Frankreich. Schumacher triumphierte hier bei seinen sieben Titeln fünf Mal.

WM-entscheidend werden vor allem zwei Faktoren sein: Wem stehen die besseren Reifen und das bessere Auto zur Verfügung? Seit dem Großen Preis der USA liegen hier die Vorteile wieder bei Schumacher. "Das wird nun in allen Bereichen der Weiterentwicklung eine Schlacht", prognostizierte der Verfolger ein ebenso spannendes wie teures technisches Wettrennen zwischen Rot und Blau.

Gelassene Renault-Reaktion

Die Renault-Rivalen reagierten auf die schmerzliche Heimniederlage relativ gelassen. "Nach Imola und Nürburgring dachten alle, jetzt würde Michael seine Siegesserie fortsetzen. Aber wir hatten eine passende Antwort parat. Ich hoffe, das gelingt uns auch in Hockenheim wieder", sagte Alonso. Technik-Direktor Pat Symonds kündigte für den Großen Preis von Deutschland Neuerungen bei Motor und Aerodynamik an. Und Teamchef Flavio Briatore versicherte trotz aller Enttäuschung: "Wir machen uns wegen der WM keine Sorgen. Wir haben ja noch einen großen Vorsprung."

17 Punkte liegt Alonso (96) vor Schumacher (79). Selbst wenn der Deutsche die ausstehenden sieben Läufe gewinnen sollte, würde das nicht reichen, den Titel aus eigener Kraft zu holen. Nach den guten Auftritten seines Teamkollegen Felipe Massa und seines Bruders Ralf scheint aber Schützenhilfe in Sicht. "Wir haben wieder Boden gutgemacht und ich hoffe, den Rückstand demnächst noch weiter verkürzen zu können", kündigte Schumacher ein noch schärferes Tempo bei der Aufholjagd an. "Die WM ist noch längst nicht entschieden."(APA/dpa)

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    Schumacher bringt Alonso ein wenig ins Schwitzen.

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