Baustellen trotz Grabungssperre im Mozartjahr

20. Juli 2007, 16:42
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Zwei Sonderprojekte behinderten Verkehr - Sandfarbener Belag vor den Festspielhäusern wird saniert - "Stadtteile werden von Baustellen lahm gelegt"

Salzburg - Für das Mozartjahr 2006 verordnete die Stadt Salzburg eine Grabungssperre in der Innenstadt. Dennoch behinderten Baustellen den Verkehr. In der Hofstallgasse muss der neue, honigfarbene Splitt-Mastix-Belag vor den Festspielhäusern wegen eines fehlerhaften Bindemittels schon wieder saniert werden. In der Dreifaltigkeitsgasse wurde entlang des Mozarteums ein Gehsteig gebaut. Diese Projekte waren schon lange vertraglich fixiert. "Sonst halten wir uns rigoros an die Grabungssperre", betonte Baustadtrat Martin Panosch (S).

Den weitaus größten Teil der "Aufputzarbeiten" für das Mozartjahr, in dem auch die Rad WM stattfindet, erledigte die Stadt bereits im Vorjahr. Rund 1,8 Millionen Euro wurden im Altstadtbereich für den Umbau und die Sanierung von Straßen, Plätzen, Tunnels und Durchgängen investiert. Dennoch arbeiteten in den letzten Wochen vor der heurigen Festspieleröffnung die Bauarbeiter in der rechten und linken Altstadt auf Hochtouren. Zwei Sonderbaustellen mussten noch abgeschlossen werden.

Fehlerhafter Belag

Der neue Asphaltboden in der Hofstallgasse - im Sommer eine beliebte Flaniermeile der Festspielgäste - wurde zwar am 10. Juli fertig gestellt, wegen eines fehlerhaften Bindemittels muss der Splitt-Mastix-Belag von der ausführenden Baufirma repariert werden. Daher ist es durchaus möglich, dass nochmals die Baumaschinen auffahren.

Die zweite Ausnahme der Grabungssperre betraf die Dreifaltigkeitsgasse zwischen Makart- und Mirabellplatz. "Die Stadt war vertraglich verpflichtet, einen Gehsteig entlang des neu errichteten Mozarteum-Gebäudes zu bauen", erklärte der Sprecher von Panosch, Jürgen Wulff-Gegenbaur. Der Gehsteig gilt als Ersatz für den ehemaligen Durchgang in der "Aicher-Passage". Gleichzeitig wurde die Bushaltestelle in die Paris-Lodron-Straße verlegt. Die Bauarbeiten dauerten eineinhalb Monate und wurden Anfang Juli beendet.

Kritik erntete Panosch von ÖVP-Klubobfrau Claudia Schmidt. Die Bewohner in den Bezirken um die Altstadt würden von der angekündigten Grabungssperre nichts merken, "ganze Stadtteile sind durch Baustellen regelrecht lahm gelegt. Niemand kann verlangen, dass es einen Baustellen freien Sommer gibt - auch nicht im Mozartjahr", betonte die Klubobfrau. Sie forderte "eine bessere Koordination".

Der Stadtrat betonte, dass die Grabungssperre alle Tiefbauarbeiten in der Altstadt betreffe. "Das heißt nicht, dass überhaupt nichts gebaut wird. Wenn Private zum Beispiel eine Fassade sanieren, müssen sie um eine Baugenehmigung ansuchen." Auch wenn der Straßenbelag in der Hofstallgasse saniert ist, könnte es für die Festspielprominenz noch kleine Hindernisse geben. (APA)

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