Mubarak: Israel wird nicht als Sieger aus Libanon-Krise hervorgehen

17. Juli 2006, 12:39
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Ägyptischer Staatspräsident: "Sofortiger Waffenstillstand" - Ägypten hat keine Einwände gegen arabischen Krisengipfel

Kairo/Beirut - Der ägyptische Staatspräsident Hosni Mubarak hat Israel davor gewarnt, dass es aus der gegenwärtigen Libanon-Krise nicht als Sieger hervorgehen werde. Vielmehr ziehe es noch viel mehr Hass auf sich, sagte Mubarak laut einem Bericht der Beiruter Zeitung "L'Orient-le Jour", die sich in ihrer Internetausgabe vom Montag auf einen Bericht der Kairoer Nachrichtenagentur MENA berief.

"Sofortiger Waffenstillstand"

Zugleich rief Mubarak zu einem sofortigen Waffenstillstand auf. Unter Mubaraks ermordetem Vorgänger Anwar Sadat war 1979 der israelisch-ägyptische Separatfrieden von Camp David geschlossen worden.

Keine Mehrheit für arabischen Krisengipfel

Mubarak bestritt laut MENA, dass Ägypten Vorbehalte gegen einen Libanon-Sondergipfel der arabischen Staatschefs habe. Nach Informationen des ägyptischen Fernsehens vom Wochenende soll es für die von Algerien, Sudan und Jemen erhobene Forderung nach Einberufung eines Krisengipfels keine Mehrheit in der Arabischen Liga geben. Der libanesische Außenminister Faouzi Salloukh hatte von den arabischen Staaten Solidarität mit seinem Land gefordert und eine deutliche Warnung an die pro-westlichen Führungen gerichtet.

"Früher oder später werden die arabischen Völker versuchen, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen, wenn ihre Regierungen sich nicht ernsthaft bemühen, ihnen einen Funken Hoffnung zu geben", sagte der schiitische Politiker am Samstag auf der Sondersitzung der Außenminister der Arabischen Liga in Kairo, die wegen der israelischen Militäroffensive einberufen worden war. (APA)

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    Der ägyptische Staatspräsident Hosni Mubarak rief zu einem sofortigen Waffenstillstand auf.

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