Symposion statt Festspiel-Rede

22. Juli 2006, 22:35
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Prominent besetzte Gesprächs-Runde über den Sinn von künstlerisch-gesellschaftlichen Ereignissen am 22. Juli in Salzburg: "Visionen, Wünsche, Wirklichkeit"

Salzburg - Zum Auftakt der Salzburger Festspiele, am 22. Juli 2006, sollen Sinn und die Ziele eines solchen internationalen Kulturereignisses in einem Symposion mit dem Titel "Die Festspiele - Visionen, Wünsche, Wirklichkeit" erörtert werden. Zu den Gästen, Diskutanten und Vortragenden, die in drei Gesprächsrunden in der Förderer-Lounge im Salzburger Festspielhaus zusammentreffen werden, gehören unter anderem Daniel Barenboim, Stefan Herheim, Günter Krämer, Olga Neuwirth, Gerhard Schulze, Azar Nafisi, Michael Krüger und Eric J. Hobsbawn. Das Symposion ersetzt die traditionelle Festspielrede.

"Ein bedeutendes Festival wie die Salzburger Festspiele erschöpft sich nicht darin, künstlerischen Ereignissen von besonderem Rang eine Bühne zu geben. Als zentraler Bestandteil des internationalen Kulturlebens müssen sie auch Rechenschaft über ihre eigene Position ablegen", argumentiert Gestalter und Moderator dieses Symposions und Kultursoziologe an der Universität Salzburg, Michael Fischer, im Pressetext.

Künstler als Bewahrer des kulturellen Erbes

Die Festspiele seien ein Spiegel der Kunst, der Gesellschaft, der Zeit und manchmal auch des Zeitgeistes. In welchen Facetten aber erkennt sich der beteiligte Künstler wieder? Sieht er seine Aufgabe zuerst in der Bewahrung des kulturellen Erbes? Oder gibt es eine Zukunft nur in der permanenten Erneuerung und dem unbeirrten Mut zur künstlerischen Utopie? Über diese Fragen referieren im ersten Teil von 11.00 bis 12.30 Uhr der Regisseur Günter Krämer und die Komponistin Olga Neuwirth. An der anschließenden Diskussion, moderiert von Festspielintendant Peter Ruzicka, beteiligen sich der Dirigent Daniel Barenboim und der Regisseur Stefan Herheim.

Der zweite Teil des Symposiums beleuchtet von 13.30 bis 15.00 Uhr die Rolle und den Einfluss der Medien in der öffentlichen Wahrnehmung der Festspiele. Der Bamberger Soziologe Gerhard Schulze und die Kulturredakteurin Eleonore Büning von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung befassen sich mit den Widersprüchen von Kunstanspruch und gesellschaftlichem Prestigedenken, mit der Macht der Presse über Kunst sowie Karrieren und der Deutungshoheit bei der Rezeption von kulturellen Entwicklungen. Den Abschluss des Symposiums bilden von 15.30 bis 17.00 Uhr Vorträge zu ästhetischen Themen: Welchem Ideal von Schönheit und anspruchsvoller Unterhaltung unterliegt der Festspielgedanke? Wie verträgt sich dies mit möglichen Irritationen durch das Neue, Ungeahnte? (APA)

Der Eintritt zum Symposium ist frei.
Um vorherige Anmeldung wird gebeten.
Freunde der Salzburger Festspiele: Tel. 0662/8045-284 oder mailto:office@festspielfreunde.at
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