Israelischer Botschafter: Stunde der Diplomatie noch nicht gekommen

18. Juli 2006, 06:39
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"Wir wissen, dass wir nicht alles zerstören werden können" - Iranische Revolutionsgardisten im Libanon

Hamburg/Berlin - Aus israelischer Sicht ist ein Ende des Krieges gegen den Libanon vorerst nicht in Sicht. "Vielleicht ist die Stunde der Diplomatie noch nicht gekommen", sagte der israelische Botschafter in Deutschland, Shimon Stein, am Montag im Morgenmagazin des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF). Bisher habe Israel rund ein Viertel des militärischen Potenzials der Schiitenmiliz Hisbollah im Süden des Libanon zerstört. Die Angriffe Israels seien kein Fehlschlag. Das in den vergangenen sechs Jahren seit dem israelischen Rückzug aus dem Südlibanon aufgebaute Potenzial der Hisbollah sei so groß, dass es nicht binnen weniger Tage beseitigt werden könne. "Wir wissen, dass wir nicht alles zerstören werden können", sagte der Diplomat.

Abzug aus dem Süden Libanon

Der Abzug der Hisbollah aus dem Süden Libanons ist nach den Worten des Botschafters für Israel wesentlich: "Es wird für Israel keinen Status quo ante mehr geben". Die beiden Terrororganisationen Hamas im Gaza-Streifen und Hisbollah im Libanon, mit denen Israel konfrontiert sei, hätten keine Chance gehabt, sich so stark zu etablieren, wenn Syrien und der Iran sie nicht finanziell und militärisch unterstützt hätten, sagte Stein. Der Iran und Syrien hätten ganz offensichtlich kein Interesse an einer Stabilisierung der Region. Dies sei ein "großes Problem, das uns klar sein muss", sagte der israelische Missionschef.

Israel wisse, dass sich Vertreter der iranischen Revolutionären Garden im Libanon befänden: "Sie beraten und unterstützen die Hisbollah bei ihren Angriffen auf Israel", sagte Stein dem deutschen Massenblatt "Bild"-Zeitung. Der Iran habe in den vergangenen sechs Jahren "abertausende Raketen an die Hisbollah und die Hamas geliefert". Außerdem gebe es finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe. "Das zeigt, wie ernst man die Ankündigungen des iranischen Präsidenten Ahmadinejad nehmen muss, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen". (APA/AP)

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    Stein: Bisher rund ein Viertel des militärischen Potenzials der Schiitenmiliz Hisbollah im Süden des Libanon zerstört.

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