Infineon macht sich unabhängiger von Kunde BenQ Mobile

25. Juli 2006, 10:29
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Münchner Halbleiterkonzern will sich stärker nach anderen Großkunden in Asien umsehen

Der Halbleiterkonzern Infineon macht sein Handychip-Geschäft mit dem neuen Großkunden LG Electronics erneut ein Stück unabhängiger von seinem wichtigsten Abnehmer BenQ Mobile.

Einbau

Infineon werde LG mit Chips für deren EDGE-Mobiltelefone sowie mit der dazugehörigen Software beliefern, teilten die Münchenr am Montag mit. Angaben zum Auftragsvolumen machte Infineon nicht. Die Absatzzahlen hingen vom Erfolg der LG-Mobilfunkapparate ab. Branchenkreisen zufolge hat Infineon den gemeinhin als technologisch führend geltenden Konkurrenten Texas Instruments bei der EDGE-Technologie der Koreaner ausgebootet.

Branchenkreisen zufolge werden etwa zwei Drittel der neu auf den Markt kommenden LG-Geräte mit der Schwellentechnologie EDGE ausgestattet. Der Standard erlaubt rund die dreifache Übertragungsgeschwindigkeit der GPRS-Technologie und ermöglicht bereits rasches Surfen im Internet. Bis die noch schnellere UMTS-Technologie flächendeckend auf den Markt kommt, wird es Analysten zufolge noch zwei bis drei Jahre dauern.

Druck

Das Infineon-Geschäft mit Chips für die Telekommunikationsindustrie war nach den anhaltenden Marktanteilsverlusten der einstigen Siemens-Handysparte, die vom taiwanesischen BenQ-Konzern übernommen wurde, stark unter Druck geraten.

Infineon hatte angekündigt, sich verstärkt nach anderen Großkunden vor allem im asiatischen Raum umzusehen, um die Abhängigkeit von der unter Absatzschwierigkeiten leidenden BenQ zu reduzieren. Branchenkreisen zufolge betrug zuletzt der BenQ-Anteil an den Umsätzen von Infineons Com-Sparte immer noch um die 40 Prozent. In der vergangenen Woche hatte Infineon bekannt gegeben, künftig auch den chinesischen Handybauer Ningbo Bird zu seinen Kunden zu zählen. (APA/Reuters)

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