Hahn bleibt bei Kritik an FCG-Chef Klein

17. Juli 2006, 10:27
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Briefliches Angebot, die Sache "auszudiskutieren" - Skeptisch, dass im ÖGB nachhaltiger Relaunch möglich

Wien - Der Wiener ÖVP-Chef Johannes Hahn bleibt bei seiner Kritik an FCG-Chef und ÖGB-Vizepräsident Karl Klein. Zwar habe er in einem Brief an Klein ein Gespräch angeboten. "Ich habe aber auch hineingeschrieben, dass ich zu meiner inhaltlichen Kritik stehe", sagte Hahn im Gespräch mit der APA. Der Wiener ÖVP-Chef hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, als er ankündigte, Klein aus der ÖVP ausschließen zu wollen.

ÖGB-Präsidium wusste Bescheid

"Das was viele von uns doch ein bisschen verärgert hat - ein bisschen ist gut - war, dass es immer geheißen hat, dass von diesem ganzen Desaster nur der (ehemalige ÖGB-Finanzchef Günter, Anm.) Weninger und der (ehemalige ÖGB-Präsident Fritz, Anm.) Verzetnitsch Bescheid gewusst haben und alle anderen überrascht waren. Das hat ein vernünftig denkender Mensch eh nicht wirklich angenommen", so Hahn. Durch Kleins Aussage sei klar geworden, dass die Mitglieder des ÖGB-Präsidiums offensichtlich längst schon Bescheid gewusst haben.

Auch ÖVP-Nationalratsabgeordnete zeigten sich laut Hahn darüber erstaunt. "Sie haben gemeint, hätten sie das in der Dimension gewusst zu dem Zeitpunkt, als sie im Parlament die Haftung beschlossen haben, hätten sie vielleicht gar nicht so abgestimmt", berichtete der Wiener VP-Chef.

Parteiausschluss

Hahn hatte Klein mit dem Parteiausschluss bedroht, nachdem dieser erklärt hatte, dass das gesamte Präsidium über die Übernahme der BAWAG-Verbindlichkeiten informiert war. Klein hat diese Aussage später als "Irrtum" bezeichnet. Der Parteiausschluss kam letztendlich nicht - weil er aus rechtlichen Gründen nicht möglich war, wie Hahn erläuterte.

Die Frage, ob er weiterhin für ein Ausscheiden Kleins aus dem ÖGB-Präsidium sei, beantwortete er indirekt: Er wolle dazu "eigentlich gar nichts mehr sagen". Er habe gehört, dass Klein mit Herzproblemen im Spital war: "Und mir haben Leute E-Mails geschrieben, die gesagt haben, ich bin Schuld dran. Das find ich ehrlich gesagt letztklassig." In dem Brief an Klein habe er angeboten, die Sache "auszudiskutieren".

Hahn: "Aus meiner Sache ist die Sache abgehakt. Es wäre zu Wünschen, dass der ÖGB irgendwann einmal Tritt fasst." Er sei jedoch eher skeptisch, dass es mit den derzeit dort handelnden Personen einen nachhaltigen Relaunch geben wird, meinte der Wiener VP-Chef. (APA)

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