SUSE Linux Enterprise Desktop und Server 10 zum Download

23. August 2006, 15:44
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Neue Versionen der kommerziellen Linux-Produkte von Novell sollen mit Virtualisierung und 3D-Effekten neue KundInnen locken

Mit einer neuen Generation seiner Enterprise-Linux-Produkte will der Softwarehersteller Novell das eigene Geschäft neu ankurbeln: SUSE Linux Enterprise 10 ist ab sofort in einer Server- (SLES) und einer Desktop-Variante (SLED) zum Download erhältlich.

Neues

Eine zentrale Neuerung ist dabei die Intergration der Virtualisierungstechnologie Xen, mittels derer mehrere Betriebssysteme parallel betrieben werden können. Virtualisierung ist derzeit eines der "heißesten" Themen der IT-Branche, Novell erhofft sich Vorteile aus dem Umstand, dass man einige Monate vor der Linux-Konkurrenz von Red Hat mit einer entsprechenden Lösung am Markt ist.

Schutz

Eine weitere zentrale Verbesserung ist die Integration von AppArmor, einer Software, mittels der Programme vor Attacken geschützt werden sollen. Indem den Anwendungen nur spezifische Aktionen erlaubt werden, sollen so auch eventuell noch unbekannte Sicherheitslücken unwirksam werden.

Desktop

Doch auch beim Desktop-Bereich kann Novell mit einer Reihe von Innovationen aufwarten, wie bereits vor einigen Monaten ein erster Blick des WebStandard auf die Software gezeigt hat. Basierend auf dem GNOME-Desktop von SUSE Linux 10.1 hat man eine Reihe von neuen Technologien integriert. Dazu gehört etwa ein neues Startmenü, vor allem aber auch der 3D-beschleunigte Grafikserver Xgl mit seinen diversen äußerst Eye-Candy-trächtigen Effekten.

Konkurrenz

Überhaupt spielt der Desktop eine deutlich größere Rolle als noch in der letzten Produktgeneration. Lief das Vorgängerprodukt - der Novell Linux Desktop - noch eher unter der Kategorie "haben wir auch", streichen die Novell-Verantwortlichen nun gerne die Bedeutung des Desktop-Bereichs hervor. Zwar zielt man mit dem SLED bislang noch nicht auf den Consumer-Bereich, zumindest im durchschnittlichen Office-Arbeiter-Bereich sieht man sich aber nun als echte Alternative zu den Microsoft-Produkten.

Kostenfrage

Einen wichtigen Faktor für den Erfolg des Produktes soll dabei auch der Preis spielen: Mit Lizenzkosten von rund 40 Euro jährlich, kostet der SLED 10 nur einen Bruchteil der entsprechenden Microsoft-Angebote.

Zentral

Novell hofft durch die neue Produktgeneration auf eine deutliche Ankurbelung des eigenen Geschäfts, das in den letzten Jahren nicht immer völlig reibungslos verlaufen ist: Nach der Übernahme der Linux-Firmen Ximian und SUSE hatte man das Open Source-Betriebssystem ganz ins Zentrum der eigenen Bestrebungen gestellt.

Probleme

Das Wachstum in diesem Bereich stellte sich allerdings nicht ganz so deutlich ein, wie man sich das gewünscht hätte. Zwar konnte man den Marktanteil im Enterprise-Bereich von 21 (im Jahr 2004) auf 29 Prozent (2005) erhöhen, andererseits brach auch das Geschäft mit dem eigenen Betriebssystem Netware zunehmend weg.

Wechsel

Aufgrund der enttäuschenden Zahlen musste unlängst auch der langjährige Firmenchef Jack Messman das Feld räumen. Der neue CEO, Ron Hovsepian möchte nun eine noch deutlichere Linux-Ausrichtung des Unternehmens forcieren.

Download

Mittlerweile stehen die fertigen Versionen von SUSE Linux Enterprise Server und Desktop 10 zum Download auf den Novell-Servern bereit. Während der SLED "nur" in Versionen für x86 und AMD64-CPUs zur Verfügung steht, gibt es den SLES zusätzlich noch für EM64T, PPC, IBM Power, Itanium und IBMs zSerie.

Einschränkung

Die Software kann kostenlos für 60 Tage getestet werden, so lange gibt es kostenlos Updates. Vor dem Download ist eine Registrierung auf der Novell-Seite vonnöten. Weitere Informationen zu den neuen Releases sowie zur Preisgestaltung finden sich auf der Webseite des Herstellers. (apo)

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Ansichtssache

Ein Versprechen für den DesktopNovells SUSE Linux Enterprise Desktop will mit neuen Ansätzen und grafischen Highlights zum Umstieg locken

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