Afghanistan: Erneut Mädchenschule niedergebrannt

17. Juli 2006, 11:16
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Ziel der Taliban-Kämpfer ist die Schließung von Mädchenschulen

Kabul/Kandahar - Radikal-islamische Rebellen in Afghanistan haben nach Angaben der US-geführten Koalitionstruppen erneut eine Mädchenschule niedergebrannt. Bei Gefechten mit Koalitionstruppen sind im Süden des zentralasiatischen Landes nach afghanischen und US-Angaben mindestens 56 mutmaßliche Taliban-Kämpfer getötet worden. Die US-geführten Koalitionstruppen teilten am Sonntag zudem mit, auch einer ihrer Soldaten sei ums Leben gekommen.

Bildung für Mädchen verboten

Den BewohnerInnen des Ortes Saret in der ostafghanischen Provinz Nurestan (Nuristan) sei es am Vortag gelungen, das restliche Dorf gegen eine große Anzahl von Rebellen zu verteidigen, hieß es. Der Angriff auf die Schule sei "ein weiterer Beweis dafür, dass die feindlichen Extremisten keine Vision für die Zukunft Afghanistans haben". Unter dem Ende 2001 gestürzten radikal-islamischen Taliban-Regime war Mädchen Bildung verboten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte in der vergangenen Woche eine Studie vorgelegt, wonach Taliban-Kämpfer mit Anschlägen und Drohungen immer mehr Schließungen von Mädchenschulen in Afghanistan erzwingen.

Nach Angaben der größten afghanischen Menschenrechtsorganisation wurden bei Kämpfen zwischen Taliban und Koalitionstruppen im Süden Afghanistans in den vergangenen drei Monaten mehr als hundert Zivilisten und Zivilistinnen getötet oder verletzt. Zahlreiche Familien hätten zudem ihre Häuser aus Angst vor Angriffen verlassen, erklärte die Afghanische Unabhängige Menschenrechtskommission (AIHRC). (APA/dpa/AP)

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