AUA-Sondermaschine für evakuierte Österreicher

17. Juli 2006, 15:17
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Diplomatin: "Das war erst der Anfang" - Auch Schiffstransport geplant - "Haben wie für zwei Wochen Urlaub gepackt"

Wien - Neben dem regulären Flug von der syrischen Hauptstadt Damaskus nach Wien am Montag um 15.55 Uhr hat die AUA für die Nacht auf Dienstag um 3.40 Uhr eine zusätzliche Maschine eingeschoben. Mit diesen Flügen sollen Betroffene - darunter rund 100 Österreicher - aus der syrischen Hauptstadt ausgeflogen werden.

Im Libanon selbst dürften sich laut der Sprecherin des Außenministeriums, Astrid Harz, noch weitere 100 Österreicher befinden. Diese sollen noch heute mit Bussen aus der Kriegsregion gebracht werden. Der Libanon selbst kann von der AUA nicht länger angeflogen werden. Die Ausreisewilligen werden daher weiterhin mit Bussen nach Damaskus gebracht und dort in einem Hotel von der österreichischen Botschaft betreut.

Zehn Österreicher aus Libanon in Österreich angekommen

Eine Gruppe von zehn Libanon-Heimkehrern ist in der Nacht auf Montag in Österreich angekommen. Dies teilte die österreichische Generalkonsulin in Rom, Fedele di Catrano, der APA mit. Eine sechsköpfige österreichisch-libanesische Familie sei von Rom nach Wien gebracht worden, wo sie gegen 3.00 Uhr eintraf, eine vierköpfige deutsch-österreichische Familie war zuvor in einem Hotel in Zöbern am Wechsel untergebracht worden.

"Viel zurückgelassen"

"Wir haben sehr viel zurückgelassen", sagte Thomas Schellen, der mit seiner Frau und seinen Kindern im Alter von 15 und 17 Jahren zehn Jahre lang im Libanon gelebt hat, am Sonntagabend gegenüber dem ORF-Fernsehen. "Wir haben wie für zwei Wochen Urlaub gepackt." Seine Frau Hermine zeigte sich froh, "dass wir überhaupt raus konnten, nachdem die Straßen bombardiert worden sind." Aruf Feiz, der mit seiner Frau, den Schwiegertöchtern und zwei Enkelkindern geflüchtet ist, sagte: "Wir mussten weg. Es hat nicht einmal Brot für die Kinder gegeben."

Rund 30 Österreicher und ihre libanesischen Verwandten hatten den Libanon wegen der Eskalation der Gewalt im Nahen Osten zunächst auf dem Landweg nach Syrien verlassen, wo sich Teile der Gruppe selbstständig machten. Zwölf Personen wurden dann mit einer italienischen Militärmaschine nach Rom gebracht, von wo aus sie mit dem Bus ihre Weiterreise nach Österreich antraten. (APA)

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