Olmert warnt Hisbollah: "Bis hierher und nicht weiter!"

17. Juli 2006, 22:39
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Hisbollah-Raketen schlugen in Nordisrael ein: Krankenhaus getroffen - Bei Angriff auf Kleinbus zwölf libanesische Zivilisten getötet - Artilleriefeuer auf den Südlibanon verstärkt - Mit Infografik

Beirut/Montreal/Saida/Wien/Jerusalem - Die schiitische Terror-Miliz Hisbollah hat am Montagabend ihre Raketenangriffe auf Israel fortgesetzt. Mehrere im Süden des Libanon abgefeuerte Geschosse schlugen im Norden Israels ein, wie aus israelischen Sicherheitskreisen verlautete. Ob Menschen zu Schaden kamen, war zunächst nicht bekannt. Eine Rakete traf den Angaben zufolge das Stadtgebiet von Haifa, eine weitere die Grenzstadt Kirjat Shemona. Eine weitere aus dem Libanon abgefeuerte Rakete traf ein Krankenhaus in der israelischen Stadt Safed, wie aus Sicherheitskreisen verlautete.

Verletzte bei Angriff auf Klink

In der nordisraelischen Stadt Safed ist am Montag eine Rakete der libanesischen Hisbollah-Miliz neben einem Krankenhaus eingeschlagen. Dabei wurden mindestens sechs Menschen durch herumfliegende Splitter verletzt, teilten Ärzte der Klinik mit.

Wohnhaus in Haifa nach Raketenangriff eingestürzt

In der nordisraelischen Großstadt Haifa ist einem Fernsehbericht zufolge am Montag ein dreistöckiges Wohnhaus nach einem Raketeneinschlag größtenteils eingestürzt. Sechs Menschen seien verletzt worden, wie ein Verantwortlicher von Magen David Adom mitteilte, dem israelischen Gegenstück zum Roten Kreuz. Ein Mensch sei schwer verletzt worden. Das Gebäude war zuvor von einer Rakete der libanesischen Hisbollah-Miliz getroffen worden. Rettungskräfte suchten nach Menschen, die unter den Trümmern liegen.

Die schiitische Terror-Miliz Hisbollah hat sich offiziell zu diesem Raketenbeschuss von bekannt. Dutzende Raketen der Typen Raad 2 und Raad 3 seien abgeschossen worden, teilte der bewaffnete Arm der Hisbollah, der Islamische Widerstand, am Montag in einer Erklärung mit. Dies sei die Antwort auf die "andauernden Angriffe auf verschiedene libanesische Regionen" durch Israel, hieß es. Für die drittgrößte israelische Stadt war es der zweite Raketenbeschuss in zwei Tagen. Weitere Geschosse schlugen in Tiberias und Akko ein.

Olmert warnt Hisbollah: "Bis hierher und nicht weiter!"

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat am Montag eine Fortsetzung der Kampfhandlungen im Libanon angekündigt. Israel werde nicht ruhen, bis die radikal-islamische Hisbollah-Bewegung keine Bedrohung mehr für sein Land darstelle, sagte Olmert in der israelischen Knesset (Parlament). Israels am letzten Mittwoch begonnene Militäroperation "Gerechter Preis" sei ein "Akt der Selbstverteidigung in seiner wesentlichsten Natur". Sein Land werde "niemals sein Einverständnis dazu geben, im Schatten der auf seine Bürger gerichteten Raketen zu leben", fügte Olmert hinzu.

Der Regierungschef bezeichnete die Hisbollah und die palästinensische radikalislamische Terrororganisation Hamas als "Vertragspartner der von Teheran nach Damaskus reichenden Achse des Bösen". Diese mit Syrien und dem Iran verbündeten Kräfte stellten eine "Bedrohung" dar, deren Beseitigung im Interesse sowohl der Region als auch der internationalen Gemeinschaft sei. Israel nehme diese Aufgabe auf sich. "Wir werden jede einzelne (Raketen-)Stellung ausfindig machen, jeden einzelnen Terroristen jagen, jegliche Infrastruktur der Terroristen zerschlagen", führte er in seiner Ansprache aus.

"Moment der Wahrheit für Israel

Wie Olmert weiter darlegte, gebe es im Leben jeder Nation "Momente der Wahrheit". In diesen Momenten sei es unumgänglich, mit klarer Stimme zu sagen: "Bis hierher und nicht weiter!" Israel lasse sich "weder von terroristischen Banden noch von terroristischen Organisationen noch von irgendeinem anderen souveränen Staat zur Geisel machen".

Israel verstärkt Artilleriefeuer auf den Südlibanon

Die israelische Armee hat am Montag auch den Artilleriebeschuss von Zielen im Südlibanon verstärkt. Israelische Medien berichteten, das Artilleriefeuer solle Raketen-Abschussrampen der Schiitenmiliz Hisbollah aus dem Grenzbereich verdrängen. Dabei konzentriere sich die Armee auf getarnte Rampen in libanesischen Dörfern, hieß es. Israel hatte am Sonntag Flugblätter über Dörfern im Süden des Landes abgeworfen und die Einwohner zur Flucht aufgefordert.

Polizei: Bislang mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen

Nach Angaben der libanesischen Polizei sind bei den Angriffen bisher mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Menschen starben bei einem Angriff auf den Hafen von Beirut. Bei einem Angriff nahe der Hafenstadt Tripoli im Norden des Landes kamen sieben libanesische Soldaten ums Leben. Tripoli ist die zweitgrößte Stadt des Libanon. (APA/dpa)

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    Das palästinensische Außenministerium in Gaza nach dem Angriff.

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    Zivilisten nach dem Luftangriff in Tyre, im Südlibanon, bei dem acht Zivilisten getötet wurden.

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