Webschnuffler

    25. Juli 2006, 15:18
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    Der Webbrowser in seiner elsässischen Variante

    Über die (Nicht)Übersetzbarkeit der Computervokabel "to download" wurde in diesem Wörterbuch schon vor einiger Zeit einmal debattiert (siehe Stichwort "Owelodn"). Jetzt entnehme ich der FAZ (14.7.2006), dass der 84jährige französische Sprachwissenschafter Raymond Matzen eine Rettungsaktion für das vom Aussterben bedrohte Elsässisch unternehmen will, die sich auf den Computer stützt. Sie besteht darin, dass Matzen "Microsoft Office" in den elsässischen Dialekt übertragen wird, in der Hoffnung, dass die Regionalsprache dadurch weitere Verbreitung erfährt. Das Projekt hat den Sanctus von Bill Gates höchstpersönlich; der Frankreich-Chef von Microsoft, Eric Boussouller, meinte bei der Präsentation in Straßburg, dass es sich für seinen Konzern um eine Weltpremiere handle.

    Insgesamt 50.000 Wörter will Matzen aus der französischen Office-Version ins Elsässische übertragen, 2500 hat er schon geschafft, darunter "Einzelheiten" (statt "détails"), "ninbebbe" (statt "coller", einfügen) und, besonders putzig, "Webschnuffler" statt "Webbrowser".

    Da erhebt sich natürlich die Frage, wie ein Browser in der österreichischen Version von "Microsoft Office" heißen könnte, falls es denn eine solche einmal geben sollte.

    Von Christoph Winder
    Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
    Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.
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