Papst verurteilt Terror und militärische Vergeltung

17. Juli 2006, 20:07
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Ratzinger: Auf den Weg der Vernunft zurückkehren

Les Combes - Papst Benedikt XVI. hat sowohl Terrorismus als auch militärische Vergeltung im verschärft entflammten Nahost-Konflikt verurteilt. Zugleich appellierte er an alle Beteiligten, auf den "Weg der Vernunft" zurückzukehren und einen Dialog zu suchen. Besondere Sorge bereite die hohe Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung, sagte das katholische Kirchenoberhaupt beim Angelus-Gebet am Sonntag in seinem Feriendomizil Les Combes im italienischen Aostatal.

"Weder für Terrorakte noch für Vergeltungsmaßnahmen kann es eine Rechtfertigung geben, besonders dann nicht, wenn diese tragische Folgen für die Zivilbevölkerung haben", mahnte der Papst. Auf dem Weg der Gewalt "kommt man zu keinen positiven Ergebnissen, wie die bittere Erfahrung zeigt". Man könne nur beten, dass die Politiker "neue Möglichkeiten zum Dialog und zur Verständigung" suchen.

"Der Heilige Stuhl bedauert den Angriff auf den Libanon, einen freien und souveränen Staat", hatte Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano erklärt. Das Recht auf Selbstverteidigung dürfe nicht dazu führen, internationale Regeln außer Kraft zu setzen wie etwa zum Schutz der Zivilbevölkerung. Die größte christliche Gemeinschaft im Libanon, die Maroniten unter ihrem Patriarchen, Kardinal Nasrallah Boutros Sfeir, sind mit Rom uniert. Sie stellen traditionell den libanesischen Staatspräsidenten. (APA/dpa)

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