Verstärktes Werben um Klinsmann

21. Juli 2006, 15:37
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US-Verbandspräsident hat zurückgetretenen deutschen Teamchef als Nummer eins auf der Liste der möglichen Arena-Nachfolger

Berlin/Los Angeles- Wenige Tage nach seinem Abgang als deutscher Fußball-Teamchef ist Jürgen Klinsmann schon wieder heiß umworben. Der USA-Fußball-Verband buhlt immer intensiver um die Dienste des Wahl-Amerikaners. Verbandspräsident Sunil Gulati hat nach dem Rücktritt von Bruce Arena Klinsmann an vorderster Stelle seiner Nachfolgerliste eingeordnet.

Gulati will seinen Wunschtrainer noch in dieser Woche kontaktieren. "Unser neuer Mann muss den US-Fußball gut kennen, braucht Erfahrung und muss Erfolg und Führungsqualitäten vorweisen können", sagte Gulati, der Klinsmann als "sehr interessanten Trainer" eingestuft hat. Viele Menschen wären der Meinung, dass er genau der richtige Kandidat sei.

Der neue US-Chefcoach soll am 1. Jänner 2007 seine Tätigkeit beginnen. Klinsmann wohnt nur knapp 30 Autominuten vom Trainingszentrum des Verbandes im kalifornischen Carson entfernt. "Wir werden auf der ganzen Welt nach einem qualifizierten Nachfolger für Bruce Arena suchen. Wenn wir ihn in der Heimat finden, umso besser", sagte Gulati. Neben Klinsmann sind der Franzose Gerard Houllier (Olympique Lyon), der Pole Peter Nowak (D.C. United) und der Deutsche Sigi Schmid (Columbus Crew) im Gespräch.

Jogi ganz nah

Klinsmann-Nachfolger Joachim Löw arbeitet dagegen im Stillen an seinen ersten Projekten. Löw will in den Tagen bis zum kommenden Länderspiel am 16. August "neue Impulse und Ideen" für das EM-Projekt 2008 entwickeln. "Es wird wichtig sein, dass einige neue Gedanken in die Arbeit einfließen", hat sich der 46-jährige Löw selbst das erste Ziel vorgegeben. Einen wichtigen Unterstützer hat der neue Bundestrainer bereits gefunden: Die Bundesliga sagte dem akribischen Arbeiter den 100-prozentigen Rückhalt zu.

Liga-Chef Werner Hackmann sieht in Löws Wohn- und Arbeitsort Freiburg, von wo dieser regelmäßig zur Bundesliga-Beobachtung reisen will, einen großen Vorteil. "Ich denke, dass dies die Arbeit mit der Bundesliga erleichtert und es zum Austausch von Meinungen nicht mehr nötig sein wird, über die Medien zu gehen", sagte Hackmann in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Klinsmann war gerade durch die Distanz seiner Wahlheimat Los Angeles bei Bundesliga-Machern immer wieder in die Kritik geraten. (APA/dpa)

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