Mindestens 25 Tote bei Selbstmordanschlag im Nordirak

16. Juli 2006, 20:10
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Attentat auf Cafe in Tus Khurmatu richtete sich offenbar gegen Schiiten - Wieder blutige Anschlagsserien am Wochenende - Britischer Soldat bei Kämpfen mit Rebellen getötet

Bagdad/Kirkuk - Bei einem Selbstmordanschlag im Norden des Irak sind am Sonntag nach Angaben eines irakischen Generals mindestens 25 Menschen getötet worden. Der Täter habe sich in einem beliebten Cafe in der Stadt Tus Khurmatu 210 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad in mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt, teilte die Polizei mit. 26 Menschen seien verletzt worden.

Demnach fragte der Täter in dem Lokal zunächst nach einem Glas Wasser und zündete dann inmitten der Gäste seinen Sprengsatz. Durch den Druck der Explosion stürzte das Cafe zusammen. Es befand sich in der Nähe eines Gebetsortes für Schiiten.

Im Irak verüben Rebellen täglich Anschläge. Ihr Ziel ist es, die Regierung zu stürzen. Zudem kämpfen sie gegen die von den USA geführten internationalen Truppen.

Weitere Anschläge

Bei einer Reihe weiter Anschläge von Anschlägen sind am Sonntag im Irak nach Polizeiangaben mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Bei Kämpfen gegen Aufständische im Süden des Landes wurde ein britischer Soldat getötet, ein weiterer verwundet, wie das Verteidigungsministerium in London mitteilte. Damit erhöht sich die Zahl der im Irak getöteten britischen Militärangehörigen auf 114. Großbritannien hat dort etwa 8000 Soldaten stationiert.

Ein Sprengsatz detonierte am Morgen auf einem belebten Marktplatz in Bagdad. Dabei wurden mindestens acht Menschen getötet, zwölf weitere verletzt. Zwei Menschen kamen ums Leben, als ein mit Sprengstoff beladenes Auto an einem irakischen Kontrollposten im Südosten der Hauptstadt explodierte. Auf einer Straße südlich von Bagdad griffen Aufständische einen Kontrollposten an und töteten zwei irakische Polizisten. In Tikrit, etwa 70 Kilometer nördlich von Bagdad, wurden drei Iraker aus einem fahrenden Auto heraus erschossen. Außerdem töteten US-Soldaten nach eigenen Angaben dort einen Iraker, ohne weitere Details zu nennen.

Einen Tag nach der Entführung des Chefs des irakischen Nationalen Olympischen Komitees, Ahmed al-Hijiya, und etwa 30 seiner Mitarbeiter gab es zunächst keine Nachricht von den Entführern. Etwa 60 maskierte Angreifer in Uniform hatten am Samstag eine Komiteesitzung gestürmt und einen Leibwächter erschossen. Fünf Mitarbeiter wurden am Sonntag freigelassen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat "die sofortige Freilassung der Geiseln" gefordert.

Hijiya, ein ehemaliger Armeegeneral, hatte sich Anfang der achtziger Jahre geweigert, am Krieg gegen den Iran teilzunehmen und war ins Exil nach Großbritannien geflüchtet. Nach dem Fall des Baath-Regimes unter Saddam Hussein 2003 kehrte der Sunnit in den Irak zurück, um den Olympischen Ausschuss wieder aufzubauen. Er wurde 2004 an die Spitze des Komitees gewählt.

Der Verwaltungschef von Basra im Süden des Landes erklärte am Sonntag, dass der Ölschmuggel weitgehend zurückgegangen sei. "Ölschmuggel haben wir von der früheren Regierung geerbt, wo Regierungsbeamte es ermöglicht haben, dass das Öl auf dem Schwarzmarkt an die Nachbarstaaten verkauft werden konnte", sagte Mohammed al-Waely. "Jetzt haben wir es geschafft, den Ölschmuggel um 80 Prozent einzudämmen." (APA/AP/Reuters)

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