Israel plant "keine umfangreiche Bodenoffensive"

17. Juli 2006, 08:52
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Einsatzchef der Armee: "Begrenzte Schläge gegen die Hisbollah" - Hisbollah für Tod von Zivilisten im Libanon verantwortlich

Tel Aviv - Die israelische Armee plant nach eigenen Angaben keine umfangreiche Bodenoffensive gegen die radikal-islamische Hisbollah-Miliz im Libanon. Einen Einsatz von Bodentruppen schloss sie aber nicht grundsätzlich aus. "Wir haben nicht die Absicht, länger mit Bodentruppen in den Libanon vorzurücken", sagte der Einsatzchef der Armee, General Gadi Eisenkot, am Samstag in Tel Aviv. "Was wir beabsichtigen und gerade ausführen, sind begrenzte Schläge gegen die Hisbollah." Diese würden in allen Teilen des Libanon geführt.

Armee: Hisbollah für Tod von Zivilisten im Libanon verantwortlich

Die israelische Armee hat am Samstag die radikale "Hisbollah" für den Tod von Zivilisten bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon verantwortlich gemacht. Die israelische Luftwaffe habe in der Gegend von Tyrus "ein Gebiet ins Visier genommen", von dem Raketen gegen Israel abgefeuert wurden. "Die israelische Verteidigungsarmee bedauert zivile Opfer, wenn Raketen-Abschuss-Gebiete anvisiert werden", hieß es in einer Stellungnahme.

"Gefährdung der Zivilbevölkerung"

Die Verantwortung für eine "Gefährdung der Zivilbevölkerung", so der Text, liege jedoch bei der "Hisbollah-Terrorganisation". Sie operiere aus bewohnten zivilen Gebieten heraus, um Raketen auf Israel abzufeuern. Die Hisbollah habe innerhalb von 72 Stunden "rücksichtslos" hunderte Raketen auf israelische Städte abgeschossen, wird in der Erklärung der Armee betont. Über eine Million Israelis befinde sich in der Reichweite von Raketen. Die israelische Armee werde alles tun, um Zivilisten kein Leid zuzufügen, werde die Bürger des Staates Israel aber weiterhin schützen.

Patriot-Abwehrraketen zum Schutz von Haifa

Zum Schutz der Hafenstadt Haifa haben die israelischen Streitkräfte am Samstag Patriot-Abwehrraketen in Stellung gebracht. Das Abwehrsystem kann zwar keine Katjuscha-Raketen zerstören, die in den vergangenen Tagen zu Hunderten von der Hisbollah-Miliz im Libanon auf Israel abgefeuert wurden, aber es bietet nach Angaben der Streitkräfte Schutz vor Boden-Boden-Raketen.

Die Hisbollah hatte die drittgrößte israelische Stadt erstmals am Donnerstag mit Katjuscha-Raketen beschossen. Der Treffer in Haifa bedeute eine strategische Wende, da nun auch die petrochemische Industrie Israels in der Bucht von Akko gefährdet sei, hieß es von israelischer Seite. (APA/Reuters)

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    Ein durch einen Katyusha-Raketenangriff der Hisbollah zerstörtes Haus in Tiberias.

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