G-8-Gegner von Polizei verhaftet

15. Juli 2006, 17:59
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Aktivisten dürfen nicht durch Sankt Petersburg ziehen - Protest nur in abgelegenem Stadion erlaubt

St. Petersburg - Kurz vor Beginn des G-8-Gipfels in Sankt Petersburg hat die russische Polizei eine Demonstration in der Stadt verhindert. Der Kreml hatte den Gipfel-Gegnern lediglich erlaubt, sich in einem abgelegenen Stadion zu treffen. Trotz eines Demonstrationsverbots versuchten am Samstag rund 150 Aktivisten, das Stadion zu verlassen und in die Innenstadt zu gelangen. Sie wurden jedoch nach 100 Metern von der Polizei gestoppt.

"Wir garantieren, dass die öffentliche Ordnung nicht gestört wird", sagte einer der Organisatoren, Lew Ponomarew, dem Einsatzleiter. "Wir garantieren, dass keine Extremisten unter uns sind." Die Polizei ließ die Demonstranten jedoch nicht durch und erklärte, sie dürften nur innerhalb des Stadions protestieren.

Verhaftungen

"Russland ist kein Gefängnis", riefen daraufhin die Demonstranten. "Nein zu den G-8! Rechte werden nicht gewährt, sondern genommen!" Die Organisatoren erklärten, mehr als 200 Aktivisten seien auf dem Weg nach Sankt Petersburg von der Polizei abgeführt worden. Einige seien unter einem Vorwand zu kurzen Haftstrafen verurteilt worden.

Im Stadtzentrum gelang es hingegen offenbar rund 250 Menschen, an einer Kundgebung der Kommunistischen Partei teilzunehmen. Die Redner verurteilten die G-8, während Musiker nostalgische Lieder aus der Sowjetzeit spielten. Die Globalisierung versklave die Menschen und beute sie aus, war auf Plakaten zu lesen. (APA/AP)

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    Massiver Polizeieinsatz gegen G8-Gegner in St.Petersburg.

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