Libanesischer Außenminister warnt pro-westliche arabische Regierungen

17. Juli 2006, 08:52
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Salloukh: "Früher oder später nehmen die Völker ihr Schicksal in die Hand" - "Kühne Hisbollah gibt den Arabern ihren Stolz zurück"

Kairo - Der libanesische Außenminister Faouzi Salloukh hat von den arabischen Staaten Solidarität mit seinem Land gefordert und eine deutliche Warnung an die pro-westlichen Führungen gerichtet. "Früher oder später werden die arabischen Völker versuchen, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen, wenn ihre Regierungen sich nicht ernsthaft bemühen, ihnen einen Funken Hoffnung zu geben", sagte der schiitische Politiker am Samstag auf der Sondersitzung der Arabischen Liga in Kairo, die wegen der israelischen Militäroffensive gegen den Libanon einberufen worden war. Er betonte zugleich, dass die Hisbollah "mit ihren kühnen Aktionen den Arabern ihren Stolz zurückgegeben" habe.

"Arabischen Unterstützung"

Der Libanon rechne mit der "arabischen Unterstützung, Solidarität und Hilfe" und zweifle nicht daran, dass die arabischen Staaten verurteilen, was sich derzeit in seinem Land und in Palästina abspiele, betonte Salloukh. Staatspräsident Emile Lahoud hatte zuvor in einer Botschaft an die Arabische Liga appelliert, seinem Land zu Hilfe zu kommen, das "von Israel systematisch zerstört" werde.

Er hoffe, dass die Krisensitzung in Kairo den Auftakt zu einer "raschen und wirksamen arabischen Reaktion" bilden werde, schrieb Lahoud. Außenminister Salloukh drückte in seiner Rede die Hoffnung aus, dass die Liga eine Resolution verabschieden werde, "die der arabischen Nation wieder ihre Größe gibt".

Nach Informationen des ägyptischen Fernsehens soll es unterdessen für die von Algerien, Sudan und Jemen erhobene Forderung nach Einberufung eines Sondergipfels der arabischen Könige und Staatschefs keine Mehrheit geben. (APA)

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