Hochrangiger Ölmanager im Irak entführt

16. Juli 2006, 20:04
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Am Samstag waren hochrangige Olympia-Vertreter entführt worden: Fünf Mitarbeiter wieder frei - Präsident Ahmed al-Hijiya und 23 weitere Personen weiter in Gewalt der Rebellen

Bagdad - Im Irak ist ein Spitzenmanager der staatlichen Ölindustrie entführt worden.

Bewaffnete Männer hätten den Chef der North Oil Company, Adel Kasas, am Sonntag in Bagdad nach einem Treffen im Ölministerium verschleppt, sagte ein Vertreter der Behörde. Die Angreifer hätten Kasas Fahrzeug im Norden der Stadt zum Anhalten gezwungen und dann seine Leibwächter überwältigt. Kasas sei nicht in einem Dienstwagen gereist, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er sei auf dem Rückweg nach Kirkuk im Norden des Landes gewesen. Kontakt zwischen den Behörden und den Entführern gab es zunächst nicht.

Es ist bereits die zweite Entführung eines ranghohen Irakers innerhalb von zwei Tagen. Am Samstag hatten Unbekannte den Chef des nationalen Olympischen Komitees gemeinsam mit 30 anderen Menschen bei einer Sitzung des Sportverbandes verschleppt. Sechs der Entführten wurden am Sonntag wieder freigelassen.

Am Samstag waren hochrangige Olympia-Vertreter entführt worden

Fünf am Samstag von Rebellen entführte Mitarbeiter des irakischen Olympischen Komitees sind am Sonntag freigelassen worden. In der Gewalt der Entführer blieben jedoch Präsident Ahmed al-Hijiya und 23 weitere Personen. Ein Sekretär des Komitees, Mohammed al-Hibch, bestätigte die Freilassung dreier Wachleute und eines Chauffeurs. Schon in den frühen Morgenstunden war ein Berater des Ausschusses, Nachaat Maher, mit verbundenen Augen und Händen im Baladiyat-Viertel von Bagdad aufgefunden worden.

IOC fordert Freilassung

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat in einem Statement auf seiner Homepage inzwischen "die sofortige Freilassung der Geiseln" gefordert. Das IOC verurteile die Entführung des Präsidenten und des Generalsekretärs des Olympischen nationalen Ausschusses sowie der Präsidenten der nationalen Box- und Taekwondo-Verbände.

Ahmed al-Hijiya, ein ehemaliger Armeegeneral, hatte sich Anfang der achtziger Jahre geweigert, am Iran-Krieg teilzunehmen und war ins Exil nach Großbritannien geflüchtet. Nach dem Fall des Regimes unter Saddam Hussein 2003 kehrte der Sunnit in den Irak zurück, um den Olympischen Ausschuss wieder aufzubauen. Er wurde 2004 an die Spitze des Komitees gewählt. (APA/(Reuters)

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