Tausende Ausländer fliehen aus dem Libanon

17. Juli 2006, 07:29
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Frankreich schickt Kriegsschiffe mit Hubschraubern - Evakuierte Österreicher auf dem Heimweg

Berlin/Beirut/Wien - Tausende von Ausländern flüchten wegen der anhaltenden israelischen Luftangriffe aus dem Libanon. Frankreich hat in Griechenland eine Fähre mit einer Kapazität für bis zu 1600 Menschen gechartert, die in der Nacht auf Montag vor der libanesischen Küste eintreffen sollte. Außerdem sind zwei Kriegsschiffe auf dem Weg in die Krisenregion, wo sie am Donnerstag erwartet werden. Sie haben Hubschrauber an Bord, mit denen Franzosen und andere Ausländer ausgeflogen werden können. Als Drehscheibe für die Operation soll Larnaka auf Zypern dienen. Nach Schätzungen aus Paris halten sich derzeit bis zu 30.000 Franzosen, einschließlich Touristen und Geschäftsreisenden, im Libanon auf.

Großbritannien plant ebenfalls eine Evakuierungsaktion für mehrere tausend Bürger mit Kriegsschiffen. Die Marine sei angewiesen worden, dafür zunächst zwei Schiffe bereit zu halten, berichtete die BBC am Sonntag. Zuvor waren die 20.000 britischen Staatsbürger im Libanon aufgerufen worden, mit ihrer Botschaft in Beirut Kontakt aufzunehmen. Auch die Schweiz, Spanien und Italien brachten die ersten Bürger bereits außer Landes. Das US-Außenministerium bereitete ebenfalls Pläne zur Evakuierung der etwa 25.000 Amerikaner im Libanon vor. Die italienische Botschaft in Beirut ermöglichte am Samstag etwa 420 Ausländern, darunter 31 Österreichern, die Ausreise nach Syrien. Am Sonntag gelangten weitere 26 Österreicher bzw. libanesische Verwandte nach Syrien. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin verließen seit Freitag rund 200 Deutsche das Land auf dem Landweg.

Auf europäischer Ebene gibt es für derartige Krisen Pläne für konzertierte Aktionen. Danach übernimmt ein Land die Führungsaufgabe, die in diesem Fall vermutlich Frankreich zufallen wird. Für Transporte aus Krisengebieten sind zudem bestimmte Kontingente für Staatsangehörige anderer EU-Länder vorgesehen.

Aus dem Libanon evakuierte Österreicher auf dem Heimweg

Die am Samstag aus dem Libanon über Syrien und Zypern nach Rom evakuierten Österreicher treten großteils am Sonntag die Heimreise an. Nach Angaben der Pressesprecherin des Außenministeriums, Astrid Harz, wird ein Bus mit zwölf Personen in Begleitung der österreichischen Generalkonsulin in Rom gegen Mitternacht in Wien erwartet. Einige andere Personen würden mit dem Flugzeug reisen. Zwei Personen haben sich nach Informationen des Außenamts in Latakia (Syrien) selbstständig gemacht, zwei weitere sind bereits von Larnaka (Zypern) aus nach Wien zurückgeflogen.

Am Sonntag hat ein zweiter Bus mit 26 Österreichern (einschließlich libanesischer Verwandter) und einigen Slowenen in einem schweizerisch-deutschen Konvoi die libanesisch-syrische Grenze überquert. Ein Teil der Ausgereisten könnte dann von Damaskus aus den Rückflug antreten. Hinsichtlich eines weiteren Transports am Montag wären noch alle Optionen offen, teilte die Sprecherin im Gespräch mit der APA mit. (APA/dpa)

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