Linkskandidat will Proteste bei Nachzählung beenden

17. Juli 2006, 07:38
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Massenkundgebung für Lopez Obrador am Sonntag geplant

Mexiko-Stadt - Im Streit um das Ergebnis der mexikanischen Präsidentenwahl will der knapp unterlegene Linkskandidat Andres Manuel Lopez Obrador seine Anhänger zur Ruhe aufrufen, aber nur bei einer Nachzählung jeder einzelnen Stimme. Sollte das Wahlgericht seinen Antrag auf eine solche Neuauszählung jedoch ablehnen, werde er den Kampf für seine Ideen fortsetzen, sagte Lopez Obrador in einem Radiointerview am Freitag (Ortszeit).

Seine Partei der Demokratischen Revolution (PRD) hat für Sonntag zu einer Massenkundgebung im Zentrum von Mexiko-Stadt aufgerufen. Zehntausende Mexikaner sind bereits unterwegs in die Hauptstadt. Es dürfte eine der größten Demonstrationen in Mexiko der vergangenen Jahre werden.

Abstand von 0,58 Prozentpunkten

Lopez Obrador hatte die Präsidentenwahl vor knapp zwei Wochen an den Rechtskonservativen Felipe Calderon verloren, der nach dem vorläufigen Endergebnis nur 0,58 Prozentpunkte vorne liegt. Lopez Obrador hat vor dem Wahlgericht angebliche Beweise für einen Wahlbetrug eingereicht. Das Gericht muss nun bis zum 6. September den Wahlsieger und damit den nächsten Präsidenten offiziell ausrufen.

Nach mexikanischem Recht kann die Neuauszählung jeder einzelnen Stimme nur in solchen Wahlkreisen angeordnet werden, in denen Wahlbetrug oder Unregelmäßigkeiten nachgewiesen wurden. (APA/Reuters)

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