Neue Technologien für 3D-Landkarten

23. Juli 2006, 16:11
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Digitale Bearbeitung lässt Höhenrelationen und Reliefformen erkennen

Nach zwei Jahren Forschung und Entwicklung hat die Technische Universität Dresden neuartige 3D-Landkarten vorgestellt. Die zusätzliche Dimension, erzeugt durch den Einsatz digitaler Daten und Bearbeitungsschritte, lässt den Betrachter Höhenrelationen, Hangneigungen und Reliefformen erkennen. Gemeinsam mit dem deutschen Verlag mbmSystems werden die Karten in Serienproduktion hergestellt und seit wenigen Tagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertrieben.

Mikrolinsen

Durch Lentikularfolien, auf deren Oberseite sich tunnelförmige Mikrolinsen befinden, wird die dreidimensionale Darstellung umgesetzt. Mithilfe einer speziellen Software wird ein Überflug über die zuvor dreidimensional modellierte Landschaft simuliert. Aus zwölf verschiedenen Perspektiven wird danach das Bild zusammengesetzt und auf der Rückseite der Lentikularfolie gedruckt. Dabei filtern die Mikrolinsen je nach Blickwinkel unterschiedliche Bildelemente aus, die den Augen des Betrachters getrennt dargestellt werden um das dreidimensionale Sehen zu ermöglichen. Zusätzliche stereoskopische Betrachtungshilfen werden nicht mehr notwendig sein.

Europa- und Weltkarten

Zurzeit sind Deutschland-, Europa- und Weltkarten erhältlich. "In den nächsten Tagen wird auch eine Alpen-Karte erhältlich sein, für die nächsten zwei bis drei Monate planen wir den Vertrieb von Österreich-, Schweiz- und Italien-Lankarten" , so Alexander Haun, einer der Gründer von mbmSystems, im Gespräch mit pressetext.

Während die neuen 3D-Landkarten nur 0,05 cm dünn sind, ergibt sich bei ihrer Betrachtung eine optische Höhe von 3,5 bis 4 cm. "Es gibt noch jede Menge Möglichkeiten für weitere Entwicklungen in diesem Bereich" , erklärt Haun. "Es ist zwar noch viel Forschungsarbeit von Nöten, aber ein Ziel wäre, einen Großteil der Landkarten dreidimensional zu gestalten."

Neue Technik

Alles was kartografisch relevant sei, könne mit der neuen Technik umgesetzt werden. Es gibt bereits Anfragen von Tourismus-Regionen, wie dem Bodensee, die sich 3D-Karten als Souvenirs vorstellen können. Im Moment arbeite man vor allem an der Entwicklung von 3D-Wanderkarten. Die Faltung der Karte stelle dabei die größte Hürde dar, so Haun. Er ist jedoch zuversichtlich, dass auch dieses Projekt verwirklicht werden kann.(pte)

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