Zukunft auf vier Rädern

20. Juli 2006, 16:51
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BMW zeigt seine Visionen: Darunter einander automatisch folgende Autos, den Überhol-Assistenten und die Garagen-Einparkhilfe

Die Tempomaten, mit denen man sich sozusagen an Vorausfahrende anhängen kann, arbeiten bei BMW auf ähnliche Weise wie bei Mercedes. Seit nunmehr auch die Frequenz des Nahbereichsradars freigegeben wurde, sind beide Marken jetzt in der Lage, dem vorausfahrenden Fahrzeug auch im Stop-and-go-Verkehr zu folgen.

Aber die Entwicklung geht weiter. Die Radardaten werden nun auch mit der Bremsanlage verknüpft. Fährt man zu nah am vorderen Fahrzeug, wird bereits Bremsdruck aufgebaut und die Bremsbacken werden leicht an die Scheiben angelegt. Steigt der Fahrer nun auf das Bremspedal, steht sofort der volle Bremsdruck zur Verfügung, die Gurte werden gestrafft, die Fenster geschlossen und die Sitze in Idealposition für einen eventuellen Crash gebracht. Das Fahrzeug bremst bis zum ABS-Eingriff, so lange der Fahrer das Pedal gedrückt hält.

Aufwändige Technologie

Wir kennen das im Prinzip schon von Citroën: Kommt man der Mittel- oder Rand-Bodenmarkierung zu nahe, beginnt es am Hintern zu vibrieren. BMW präsentiert nun ein ähnliches System, das aber mit Vibrationen in der Lenkung arbeitet. Durch aufwändigere Kameratechnologie zur Fahrspurerkennung soll es aber präziser funktionieren.

Da Navigationssysteme zur Stauwarnung nur bedingt hilfreich sind (der Stau ist immer dort, wo wir sind), will man ihnen andere Vorteile abtrotzen. Hierzu gehört die vorausschauende Streckeninfo (RoadPreview). Das ist dann so ähnlich wie ein elektronischer Rallye-Beifahrer. Über die Navigationsdaten wird der Fahrer über den kommenden Verlauf der Strecke informiert.

Überholgelegenheit

Damit lässt sich etwa frühzeitig erkennen, wann denn wieder eine Gelegenheit zum Überholen kommt oder ob man gelassen hinter dem Vorderen herbummeln kann. Auch Informationen über aktuelle Geschwindigkeitslimits können über das Navigationssystem vermittelt werden.

Da heutige BMWs oftmals zu breit sind für Garagen, die vor 20 Jahren gebaut wurden, geht es beim automatischen Garagenparken darum, das Auto allein in die Garage fahren zu lassen. Man stellt also das Auto vor die Garage, steigt aus und es sucht sich per Knopfdruck auf der Fernbedienung selbst den Weg.

In der Garage ist nur ein Reflektor notwendig. Eine Kamera sucht den Weg, die Einparksensoren sorgen dafür, dass das Auto sofort stehen bleibt, wenn ein Hindernis auftaucht.

Messungen im Gigahertz-Bereich

Um elektromagnetische Unverträglichkeiten zu prüfen, wurde ein eigenes Labor eröffnet, das einem Akustiklabor ähnelt. Denn auch hier geht es um Wellen, halt nicht um Kilo-, sondern um Gigahertz. (Rudolf Skarics, AUTOMOBIL, 14.7.2006)

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BMW
  • BMW-Bremsassistent: Radardaten bringen die Bremsen vor einem drohenden Crash in Stellung.
    foto: werk

    BMW-Bremsassistent: Radardaten bringen die Bremsen vor einem drohenden Crash in Stellung.

  • Vibrationen am Lenkrad signalisieren ein drohendes Abkommen von der Fahrbahn.
    foto: werk

    Vibrationen am Lenkrad signalisieren ein drohendes Abkommen von der Fahrbahn.

  • Road Preview: Der BMW-Fahrassisten informiert über den Verlauf der Strecke.
    foto: werk

    Road Preview: Der BMW-Fahrassisten informiert über den Verlauf der Strecke.

  • Garagen-Einparkhilfe per Funk: auch so eine Idee.
    foto: werk

    Garagen-Einparkhilfe per Funk: auch so eine Idee.

  • Ortet elektromagnetische Unverträglichkeiten: das neue BMW-Prüflabor.
    foto: werk

    Ortet elektromagnetische Unverträglichkeiten: das neue BMW-Prüflabor.

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