Peretz: Krise könnte länger dauern als erwartet

17. Juli 2006, 09:10
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Generalstabschef Halutz: Israel lässt sich nicht von Terrororganisation erpressen - Livni: "Achse des Bösen zwischen Iran, Syrien, Hisbollah und Hamas"

Jerusalem/Wien - Der israelische Verteidigungsminister Amir Peretz hat die Bevölkerung seines Landes gewarnt, dass "die gegenwärtige Situation lange dauern kann, vielleicht länger als wir erwartet haben". Die Dauer der Militäroperationen werde von der Widerstandsfähigkeit der Israelis abhängen, sagte Peretz am Freitag nach Angaben der israelischen Internetzeitung "Ynet" angesichts der Raketengriffe der Hisbollah aus dem Libanon.

Der Minister rief zur Einigkeit auf und betonte, sollte es "jenen Elementen, die uns bedrohen" gelingen, Uneinigkeit unter Israels Bürger heraufzubeschwören, werde dies die Krise weiter verlängern. Die Regierung versuche alles, um das Leid der Menschen zu mildern und und mit so wenig Schaden wie möglich den Konflikt zu beenden. "Wir haben eine gemeinsame Mission zu erfüllen", appellierte Peretz an die Israelis.

Generalstabschef Dan Halutz rechtfertigte unterdessen die Zerstörung des Beiruter Hauptquartiers von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah. Als souveräner Staat könne sich Israel nicht von einer Terrororganisation erpressen lassen, sagte der als Hardliner geltende Halutz. Es gebe viele weitere Angriffsziele. Israel wolle der Hisbollah Schläge versetzen und warte darauf, dass die libanesische Regierung ihrer Verantwortung nachkomme. Dies bedeute, dass die Hisbollah aus der Grenzregion zu Israel entfernt und durch andere Kräfte ersetzt werden müsse, die die "libanesische Souveränität" repräsentierten.

Livni: "Achse des Bösen zwischen Iran, Syrien, Hisbollah und Hamas"

Die israelische Außenministerin Tzipi Livni hat unter den Feinden ihres Landes eine unheilvolle Terror-Allianz ausgemacht und dabei an einen berühmten Ausspruch von US-Präsident George W. Bush angeknüpft "Im Nahen Osten gibt es eine Achse des Bösen zwischen Iran, Syrien, Hisbollah und Hamas. Diese Mächte wollen alle Hoffnungen in der Region zunichte machen," sagte Livni in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin "Focus" laut einer Vorabmeldung.

Die Hisbollah sei eine Terrororganisation, die den ganzen Nahen Osten beherrschen wolle. "Sie macht sich auch das palästinensische Problem zu eigen. Das geht weit über den Libanon hinaus." Die Vertraute von Ministerpräsident Ehud Olmert warf Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah in dem Interview vor, mit seinen Aktionen dem Iran zu Hilfe eilen zu wollen, weil das Land wegen seines Atomprogramms unter internationalen Druck geraten sei.

Das Vorgehen des israelischen Militärs rechtfertigte Livni mit den Worten: "Israel hat keine Wahl. Es muss sich und seine Bürger verteidigen. Wir werden aber so handeln, dass die Chance auf Frieden erhalten bleibt." (APA/Red)

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