Heikle Lage für österreichische Kinder im Südlibanon

15. Juli 2006, 17:10
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Familienbesuch in Sidon im Schatten der israelischen Offensive - Reiseveranstalter sagen auch Urlaubsreisen nach Israel ab

Wien - Im Südlibanon, derzeit Schauplatz der israelischen Militäroffensive gegen die schiitische Hisbollah, halten sich drei österreichische Kinder ohne ihre Eltern zu einem Besuch bei Verwandten in Saida (Sidon) auf. In einem Telefonat mit ihrer Familie in Wien haben sie die Situation als "sehr heikel" beschrieben, wie Omar Al-Rawi, der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, am Freitag der APA mitteilte.

In der Krisenregion befänden sich nach seinen vorläufigen Informationen neben den drei Kindern noch vier Erwachsene und fünf weitere Kinder - österreichische Staatsbürger libanesischer Herkunft, sagte Al-Rawi, der die Einschaltung des Außenministeriums ankündigte.

Reiseveranstalter sagen Urlaubsreisen nach Israel ab

Nach der Eskalation der Gewalt im Nahen Osten haben mehrere Reiseveranstalter jetzt auch Urlaube in Israel absagen lassen. In Deutschland strichen Dertour und Meier's Weltreisen alle Israel-Rundreisen bis zum 31. Oktober, wie die zum Rewe-Konzern gehörenden Veranstalter am Freitag in Frankfurt am Main mitteilten. Rund 100 Gäste, die für Israel gebucht waren, erhalten ihr Geld zurück.

Am Vortag hatten die Veranstalter schon Libanon-Reisen gestrichen. Auch der Studienreisen-Veranstalter Studiosus sagte am Freitag seine Reisen nach Israel bis Ende Oktober ab.

Das Außenministerium in Wien hat inzwischen eine Reisewarnung für den Libanon ausgesprochen. Insgesamt leben nach Angaben des Außenamts 120 Österreicher im Libanon. Davon sind 30 ausschließlich österreichische Staatsbürger und 90 Doppelstaatsbürger. (APA)

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