Bosnien: 417 Leichen aus Massengrab bei Zvornik seit Juni ausgegraben

14. Juli 2006, 16:00
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Vermutlich Srebrenica-Opfer - Leiter des Exhumierungsteams: Größtes bisher entdecktes sekundäres Massengrab

Belgrad/Sarajevo - Aus einem Massengrab in der Ortschaft Kamenica bei Zvornik in Ost-Bosnien sind seit dem 20. Juni 417 Leichen ausgegraben worden. Vermutlich handelt es sich um die Opfer des von bosnisch-serbischen Truppen im Juli 1995 angerichteten Massakers in Srebrenica.

Der Leiter des Exhumierungsteams aus Tuzla, Murat Hurtic, sagte Medien gegenüber, dass es sich um das größte bisher entdeckte sekundäre Massengrab in Bosnien-Herzegowina handle. Die Massakeropfer wurden zuerst an einem anderen Ort begraben und erst später in das Massengrab versetzt. Man wollte damit offenbar die Spuren des Kriegsverbrechens verwischen.

In Srebrenica und Umgebung wurden im Juli 1995 zwischen 7.000 und 8.000 Bosniaken (Moslems) ermordet. Seit dem Kriegsende sind die Leichen von etwa 2.500 Opfern identifiziert und in der Gedenkstätte Potocari bei Srebrenica beerdigt worden. Von vielen Vermissten fehlt nach wie vor jede Spur. (APA)

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