U2-Bono: "Politischer Wille fehlt"

30. Juli 2006, 16:53
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Hilfsorganisation DATA: Reiche Nationen haben ihre Versprechen für Afrika nicht eingehalten

St. Petersburg - Die reichen Nationen haben ihre Versprechen für Afrika nach Ansicht der vom U2-Bandleader Bono mitgegründeten Hilfsorganisation DATA nicht eingehalten. DATA legte am Freitag in St. Petersburg eine kritische Bilanz der vor einem Jahr auf dem G8-Gipfel im schottischen Gleneagles zugesagten Afrika-Hilfen vor. "Keines der G8-Länder ist gegenwärtig auf dem richtigen Weg, um die Versprechen von Gleneagles für Afrika zu erfüllen", heißt in dem Bericht. Den G8-Staaten "fehlt bisher der politische Wille".

Kritik an Deutschland

Kritisch setzte sich die Organisation auch mit Deutschland auseinander, das seine Entwicklungshilfe nicht wie zugesagt erhöht habe. Um sein Versprechen, die Entwicklungshilfe für Afrika bis 2010 um gut drei Milliarden auf 5,7 Milliarden US-Dollar (4,49 Mrd. Euro) jährlich zu erhöhen, müsste Deutschland in diesem Jahr mindestens 660 Millionen US-Dollar zusätzlich zur Verfügung stellen, forderte DATA. Auch im weltweiten Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose müsse Deutschland mehr tun.

Der vor einem Jahr verkündete Schuldenerlass sei vollzogen worden, doch seien die G8-Staaten bei den zugesagten Erleichterungen im Handel und Marktzugang "weit vom Kurs abgekommen". Zusätzlich hinke die Entwicklungshilfe hinterher. Die G8-Staaten - USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada, Japan und Russland - müssten jährlich vier Milliarden US-Dollar zusätzlich an Entwicklungshilfe aufbringen, um ihre historische Zusage zu erfüllen, die Unterstützung bis 2010 um 25 Milliarden US-Dollar zu erhöhen.

Mehr Kinder in der Schule, aber immer noch zuwenig

"Die gute Nachricht des DATA-Berichts lautet, dass die Hilfe tatsächlich Menschenleben rettet und verändert", sagte der europäische DATA-Direktor Oliver Buston und verwies darauf, dass mehr Kinder die Schule besuchen oder Aidskranke lebensrettende Medikamente erhalten könnten. Die Kosten der "Trägheit" der G8-Staaten ließen sich aber auch an vermeidbaren Todesfällen und daran messen, das Kinder unnötigerweise nicht zur Schule gehen könnten. Die G8-Staaten hatten versprochen, dass bis 2015 jedes Kind die Grundschule besuchen sollte, was heute 40 Millionen Kinder in Afrika nicht können. (APA/dpa)

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    U2-Sänger Bono ist Mitbegründer der Hilfsorganisation DATA.

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