LEFÖ: fish.tag wegen großen Bedarfs verlängert

24. August 2006, 12:18
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Beratungsstelle für Migrantinnen hat noch mehr Eisen im Feuer: Sprachkurse, Beratung und Betreuung und Gesundheitsprävention für Sexarbeiterinnen

LEFÖ - Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen verlängert wegen großen (finanziellen) Bedarfs den "fish.tag", die Initiative zur Unterstützung von Bildungs- und Beratungsmaßnahmen für Migrantinnen (inklusive Blog und Fischmarkt). Die Aktion läuft seit dem diesjährigen Internationalen Frauentag unter LEFÖ-Blog - Eine gute Möglichkeit für alle FischliebhaberInnen einen Fisch (und somit einen Teil eines LEFÖ-Arbeitsbereiches) zu "taggen" und LEFÖ damit finanziell zu unterstützen. SpenderInnen finden "ihren" Fisch umgehend auf der Website abgebildet.

Infos aus dem Lernzentrum

Außerdem wurde Anfang Juli der Kursabschluss für das Österreichische Sprachdiplom gefeiert. Die Zielgruppen sind seit 2006 neben lateinamerikanischen Migrantinnen auch Migrantinnen aus osteuropäischen Ländern – sofern sie Sozialhilfeempfängerinnen oder Asylwerberinnen sind. Die nächsten Sprachkurse sowie Alphabetisierungskurs beginnen im September 2006. Bei letzteren sollen vorwiegend sekundäre und funktionale Analphabetinnen eine Berücksichtigung finden. Angesprochen ist hier genau die Zielgruppe, die in herkömmlichen DaZ-Kursen zumeist "untergeht", weil die Fertigkeiten in Lesen und Schreiben nicht ausreichend vorhanden sind (Netzwerk Sprachenrechte: "Recht auf Sprachen, statt Deutsch als Pflicht").

Beratung und Betreuung für lateinamerikanische Frauen

Ein anderer Bereich, dem sich die LEFÖ-Fauen annehmen, ist die Beratung und Betreuung für lateinamerikanische Frauen, die seit der Verschärfung des Staatsbürgerschaftsgesetzes bedeutende Erschwernisse auf sich nehmen müssen: Bisher war es möglich, nach einem 3-jährigen rechtmäßigen Aufenthalt und mindestens 2 Jahren aufrechter Ehe mit einem österreichischen Staatsbürger – oder nach einem 4-jährigen rechtmäßigen Aufenthalt und mindestens einem Jahr aufrechter Ehe – selbst die Staatsbürgerschaft zu bekommen. Nach dem neuen Gesetz ist die Staatsbürgerschaft erst nach einem 6-jährigen rechtmäßigen, ununterbrochenen Aufenthalt in Österreich zu erteilen. Und: wenn dabei die Ehe seit mindestens 5 Jahren aufrecht ist, der Ehegatte österreichischer Staatsbürger ist und im gemeinsamen Haushalt lebt. Zusätzlich müssen die Ansuchenden eine Prüfung über die deutsche Sprache, die demokratische Ordnung Österreichs sowie die Geschichte Österreichs und des jeweiligen Bundeslandes ablegen. Auch für Asylberechtigte hat sich die Frist bedeutend verlängert. Bisher musste ein Hauptwohnsitz von mindestens 4 Jahren in Österreich bestehen. Nach der Novellierung sind es nun 6 Jahre. Für viele Frauen kam diese Veränderung sehr unerwartet. Ansprüche, die nach dem alten Gesetz schon bestanden, fielen weg. Anträge auf die österreichische Staatsbürgerschaft wurden teilweise von der MA61 schon Ende letzten Jahres nicht mehr angenommen, obwohl das neue Gesetz erst Mitte März 2006 in Kraft trat.

Gesundheitsprävention für Migrantinnen in der Sexarbeit

LEFÖ betreut auch Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund. Mittles TAMPEP, einem aktives Interventions- und Forschungsprojekt für Präventionsarbeit im Gesundheitsbereich für migrierte Sexarbeiterinnen, arbeitet frau mit 19 Partnernorganisationen in West- und Miitel-/Osteuropäischen Ländern zusammen.

Anlässlich des Internationalen Hurentages wurden die langjährigen LEFÖ-Forderungen für die der Rechte von Sexarbeiterinnen einmal mehr betont:

  • Streichung der Sittenwidrigkeit. Entkoppelung von Prostitution aus den Sitten- bzw. Anstandsnormen und die Eingliederung in die Materien des Arbeitsrechts.
  • Die Anerkennung von Prostitution als Erwerbsarbeit, wie das 2001 in Deutschland geschehen ist.
  • Dass alle Sexarbeiterinnen (Österreicherinnen und Migrantinnen) selbständig und unabhängig in Österreich arbeiten und leben können.
  • Freien Zugang zu ganzheitlicher Gesundheitsversorgung für alle Sexarbeiterinnen in Österreich.
  • Keine restriktiven Gesetze! Keine weitere Illegalisierung und Kriminalisierung von Sexarbeiterinnen!
  • Und wir fordern eine ausreichende und – verhältnismäßig – den realen Bedürfnissen entsprechende Finanzierung unserer Arbeit. Und somit die Sicherung und Erweiterung unserer Tätigkeit im Bereich der Kulturellen Mediation mit und für Migrantinnen in der Sexarbeit.

    Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel

    LEFÖ bietet auch eine Interventionsstelle für Opfer von Frauenhandel an, was Notwohnungen mit muttersprachlicher Betreuung und Beratung, Gesundheitsberatung, psychologische und soziale Beratung, Psychotherapie und Lebensberatung ebenso einschließt wie Prozessbegleitungen für Opfer, rechtliche Vertretung oder Deutschkurse und andere Weiterbildungsangebote. Auch Rückkehrvorbereitungen werden in Zusammenarbeit mit NGOs in den Herkunftsländern und anderen Organisation getroffen. (red)

  • Links

    LEFÖ - Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen
    Kettenbrückengasse 15/II/4, 1050 Wien, Austria
    E-Mail

    LEFÖ-Blog

    Netzwerk Sprachenrechte: "Recht auf Sprachen, statt Deutsch als Pflicht"
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      foto: lefö
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