Von Lavendel bis Aqua Reginae Hungariae

31. Juli 2006, 15:09
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Urlaub im Badezimmer - Südfrankreich duftet wie Lavendel, Sri Lanka nach Zimt und Muskatnuss

Wien - Im eigenen Badezimmer auf Weltreise gehen: Dazu laden Pflegeprodukte mit Naturwirkstoffen alle Daheimgebliebenen jetzt ein. Lavendelduft verführt nach Südfrankreich, Gewürzöle wie Zimtrinde oder Muskatnuss transportieren das Aroma Sri Lankas, Zitrusfrische versetzt einen gedanklich auf den vulkanischen Boden Siziliens.

Am besten "verreist" man mit naturreinen Qualitätsprodukten, die nur Öle und Pflanzenwässer aus kontrolliert biologischem Anbau enthalten. Fast alle größeren Hersteller von Naturkosmetika setzen auf fairen Handel und tragen so zur Existenzsicherung von Bio-Bauern weltweit bei oder fördern sogar mit Hilfe eigener sozio-ökologischer Projekte die Einführung von alternativer Landwirtschaft in entwicklungsschwachen Regionen.

Zitrusöle wirken adstringierend, antiseptisch, durchblutungsfördernd und erfrischend. Zu den besten Anbaugebieten zählt Sizilien, wo durch den Vulkanboden und die intensive Sonneneinstrahlung hohe Qualität erzielt wird.

Salbei und Aqua Reginae Hungariae

Italien ist generell nicht nur eines der beliebtesten Urlaubsländer der Österreicher, sondern auch eine Fundgrube für Kosmetikproduzenten. Vor allem im Piemont kultivieren Bauern Heil- und Aromapflanzen wie Salbei oder Rosmarin. Als eines der ersten "Anti-Aging"-Erzeugnisse erlangte Rosmarin unter dem Namen Aqua Reginae Hungariae schon im 16. Jahrhundert Berühmtheit: Das Destillat aus frischen Blüten und Alkohol soll die an Gicht leidende Königin Isabella von Ungarn so verjüngt haben, dass ein polnischer König die 72-Jährige heiraten wollte.

Lavendel

Lavendel ist Inbegriff der Provence. Er wirkt auf gestresste Haut beruhigend und heilend, ist antiseptisch, tonisierend und zellerneuernd. Die leuchtend violetten Felder sind typisch für die Cote d'Azur, die Voralpen des Südens, die Täler des Lure-Gebirges und die Valensole-Ebene, geerntet wird im Juli und August.

Rosenwasser

Rosenwasser ist gut für empfindliche Haut. Es bewahrt den natürlichen Säureschutzmantel und spendet Feuchtigkeit. Die begehrte Damaszenerrose gedeiht u.a. in malerischen Höhenlagen im Süden der Türkei oder in der iranischen Provinz Kerman auf 2.500 Metern. Gepflückt wird händisch und kurz nach Sonnenaufgang. 4.000 Kilogramm Rosenblüten - zwei volle Eisenbahnwaggons - ergeben einen Liter iranisches Rosenöl.

Und ganz weit weg

Beruhigende und feuchtigkeitsspendende Vanilleextrakte symbolisieren u.a. die Insel Madagaskar mitten im Indischen Ozean. In Sri Lanka werden wärmende Gewürzöle wie Zimtrinde, Muskatnuss und Ingwerwurzel destilliert. Nepal kann mit "high mountain oils" wie Rhododendron und Himalayatanne pflegetechnisch punkten. In Peru bauen Indio-Familien Eisenkraut und Myrte an. Bhutan ist berühmt für Lemongrass, in Ägypten wird aus Bitterorangenbäumen kostbares Neroli gewonnen sowie der Blaue Lotus kultiviert, der den Pharaonen als "Garant für ewiges Leben" galt. Und das Öl der Tiare Blume, die Nationalblüte der polynesischen Inselwelt, schützt nicht nur auf Tahiti Haut und Haar vor Sonne, Wind und Wasser. (APA/Lisa Göltl)

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