Großmütter ziehen für Frieden in die weite Welt

19. Juli 2006, 10:41
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"Granny Peace Brigade" bei Demonstrationen gegen Bush in Deutschland: "Haben Angst vor neuem Weltkrieg"

Stralsund - Sie sind aus den USA gekommen, um in Deutschland gegen die Politik ihres Präsidenten zu protestieren. "Was Bush macht, ist sehr gefährlich für die Welt. Wir haben Angst vor einem neuen Weltkrieg", sagt Susan Nickerson, Mitglied der "Großmütter für Frieden", der "Granny Peace Brigade". Deswegen nahm die 62-Jährige mit drei anderen Großmüttern beim Besuch von George W. Bush in Stralsund an der Demonstration teil.

Nach Gerichtsverfahren bekannt geworden

Im Oktober 2005 hatten sich insgesamt 18 Großmütter zusammengefunden, gingen zu einem Militärstützpunkt in New York, in dem Soldaten rekrutiert wurden und sagten: "Nehmt uns, verzichtet auf unsere Kinder. Wir sind jung und haben sowieso nicht mehr lang zu leben", erzählt Nickerson. Das hätten die Verantwortlichen überhaupt nicht lustig gefunden. Ganz im Gegenteil: "Sie nahmen uns fest und sperrten uns sechs Tage ein." Lange hätten sie mit Gerichtsverfahren zu kämpfen gehabt.

Allerdings habe sich der Staat damit selbst ein Bein gestellt. "Durch die Festnahme wurden wir plötzlich bekannt, weil die Medien über uns berichteten", erzählt die in Manhattan wohnende Frau.

Sie selbst habe einen 36 Jahre alten Sohn, der glücklicherweise nicht in der Armee sei. Aber es sei schrecklich, wie in den USA bereits 15-jährige in den Schulen für den Militärdienst geworben würden. Ihnen werde vorgegaukelt, wie toll das Leben als Soldat sei. Auch Studienplätze würden ihnen versprochen. Und das glaubten sie auch, "denn Krieg kennen sie ja nur aus Computerspielen". Sie und ihre Mitstreiterinnen versuchten, junge Menschen aufzuklären, ihnen zu zeigen, wie schrecklich Krieg sei.

Großes Verbrechen an der Menschheit

"Die Amerikaner töten im Irak vor allem Kinder und Frauen", sagt Nickerson. Darüber hinaus koste der Krieg unglaublich viel Geld. Was Bush mache, sei ein großes Verbrechen an der Menschheit. "Diese Politik macht mir Angst."

Die "Großmütter für Frieden" reisen noch zu amerikanischen Stützpunkten in Deutschland, nach Heidelberg und Ramstein. Am Dienstag geht es zurück in die USA. (APA/AP)

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    Sind mit Überzeugung gegen den Irakkrieg im Einsatz: Die Großmütter aus den Vereinigten Staaten.
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