Drängler sind beim Autofahren nicht schneller

19. Juli 2006, 08:55
146 Postings

Zeitgewinn ist Null bis 20 Sekunden - Jeder zweite Hineindrängler fährt nur eine Minute auf der Spur, bevor er diese wieder wechselt.

Wien - Drängeln, um beim Autofahren schneller ans Ziel zu kommen, bringt laut Studie des Instituts "Gute Fahrt" nichts. Wer am Heck des Vordermannes klebt, macht kaum Zeit gut, wie Verkehrspsychologen bei 84 Testfahrten auf der Wiener Südosttangente festgestellt haben. Die meisten Autofahrer schätzten das völlig anders ein: Sie sind überzeugt, dass eine passive Fahrweise Zeitverlust bedeutet.

Tatsächlich hat sich jedoch gezeigt, dass Autofahrer durch dichtes Auffahren nicht wesentlich schneller voran kommen. Bei einem Zwei-Sekunden-Abstand, drängten sich bei den Testfahrern pro Fahrt durchschnittlich drei Fahrzeuge dazwischen bei knappem Auffahren war es ein Fahrzeug. "Die Fahrtdauer war fast gleich", hieß es : Null bis 20 Sekunden haben die Drängler gutgemacht.

Im Durchschnitt zwängen sich gleich viele Lenker vor ein Fahrzeug, das Abstand hält, wie die Spur wieder verlassen. Auf jede verlorenen Autolänge kommt eine Gewonnene. Jeder zweite Hineindrängler fährt nur eine Minute auf der Spur, bevor er diese wieder wechselt.

Spurwechsel sind Störmanöver

"Diese vielen Spurwechsel sind Störmanöver für den Verkehr", erklärte Studienleiter Gregor Bartl. Wenn man wegen Reindränglern immer wieder abbremsen muss, kommt es zu Stockungen. "Je eher man auf seiner Spur bleibt, desto besser kommt man voran, ergaben die Tests", erklärte der Verkehrspsychologe. (APA)

Share if you care.