"Stronach Säule im Zukunftskonzept"

27. Juli 2006, 10:57
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Austria-Manager Kraetschmer hofft auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Magna-Boss und sieht Violett auf Kon­frontationskurs mit den Bullen - Interview

Wien - Am Dienstag eröffnet Austria Magna mit dem Heimspiel gegen Liebherr GAK nicht nur die neue Fußball-Saison der T-Mobile-Bundesliga, sondern auch das letzte Spieljahr unter der Geldquelle Frank Stronach. Die Zeiten haben sich geändert, die Millionen sprudeln jetzt in Salzburg durch Red Bull. Aber der Double-Gewinner, der diesmal Außenseiter ist, gibt sich kampfeslustig. "Wir setzen alles daran, um beide Trophäen in Favoriten zu behalten", sagte der violette Klubmanager Markus Kraetschmer.

Er sieht die Festspielstädter aber auf Grund ihrer wirtschaftlichen Grundlage und Möglichkeiten sowie der vielen Einkäufe als klaren Favoriten. "Aber das waren sie im Vorjahr auch". Im Interview spricht der Nachfolger von Generalmanager Toni Polster aber auch über die Zukunft der Austria, die Zeit nach dem Auslaufen des Betriebsführungsvertrages mit Stronach, die daraus resultierenden Veränderungen im Verein und Verhandlungen bzw. Gespräche mit potenziellen Geldgebern und etwaige weitere Spielerabgänge.

Müssen die Austria-Fans in der kommenden Saison ihre Erwartungen zurückschrauben?
Kraetschmer: "Wir haben den Anspruch mit einer guten Mannschaft in die Saison zu starten, die in Österreich um die Spitze mitspielt und international alles versucht, um die Qualifikation für die Champions League zu schaffen und ein weiteres kleines Fußball-Märchen zu schreiben. Dazu benötigen wir zwei sehr gute Tage, gelingt das nicht, wollen wir zumindest die Gruppen-Phase des UEFA-Cups erreichen."

Mit welchen konkreten Zielen geht die Austria-Führung in die neue nationale Saison?
Kraetschmer: "Es wird sicher auf eine Konfrontation mit den Bullen hinauslaufen. Die Salzburger sind auf Grund der wirtschaftlichen Situation und der vielen Zugänge klarer Favorit. Aber das waren sie vorigen Sommer auch und das Double holte dann jemand anderer. Es ist schön, Titelteller und ÖFB-Cup in Favoriten zu haben und wir werden sportlich wie administrativ alles daran setzen, beides bei uns zu behalten."

Hat der Titelverteidiger nach den vielen Abgängen und fünf Zugängen noch Transfers vor?
Kraetschmer: "Wir haben am Donnerstag mit Jelle Ten Rouwelaar noch einen Tormann geholt. Für Filip Sebo liegt ein konkretes, für uns aber absolut inakzeptables Angebot vor, für Nastja Ceh sind lose Anfragen eingegangen. Grundsätzlich möchten wir natürlich beide Spieler halten, einem außergewöhnlich guten Offert könnten wir uns aber aus wirtschaftlich notwendigen und vernünftigen Überlegungen nicht verschließen."

In welche Richtung läuft im letzten Magna-Jahr die wirtschaftlichen Zukunft?
Kraetschmer: "Frank Stronach hat gesagt, dass er sich unter drei Prämissen die weitere Zusammenarbeit mit der Austria vorstellen kann. Es sind dies die Akademie, die so erfolgreichen Amateure und das Stadion-Projekt. Sportlich haben wir alle Punkte erfüllt, beim Stadion warten wir nunmehr auf die endgültige Einigung zwischen Magna und der Stadt Wien."

Die weitere Zusammenarbeit definiert sich mit dem Magna-Gründer Stronach genau wie?
Kraetschmer: "Es wird sicher eine veränderte Form sein, der Betriebsführungsvertrag ist ja bereits gekündigt und läuft im Sommer 2007 aus. Stronach würde uns als Sponsor mit dem Fokus Jugend-Bereich und Partner für ein neues Stadion zur Seite stehen und damit eine Säule im Zukunftskonzept der Austria sein. Er selbst sagt, dass er Verantwortung abgeben und seinen Anteil am Budget reduzieren möchte."

Wie ist ist derzeit der Stand auf der Suche nach neuen Sponsoren bzw. Partnern?
Kraetschmer: "Das Double hat uns Perspektiven eröffnet, um mit alternativen Unterstützern eine gute Gesprächsbasis zu haben. Mehrere Verhandlungen laufen, wir sind dabei bereits sehr konkret vor möglichen Einigungen. Aber ich bitte um Verständnis, dass wir hier noch keine Details bekannt geben können. Anfeindungen und Putschversuche gegen potenzielle Gastgeber wie voriges Jahr sind mittels struktureller Veränderungen zu verhindern."

Wird die Letztverantwortung in Zukunft wieder komplett im Verein selbst liegen?
Kraetschmer: "Die Letztverantwortung wird neu definiert. Es wird zum Beispiel nie so sein, dass ich als Manager der Austria ohne mit einem zuständigen Gremium sprechen zu müssen, einen Ruud van Nistelrooy verpflichteten könnte, um es überspitzt zu formulieren. Aber es soll zum Beispiel ein Sportdirektor in einem Budgetrahmen Planungen frei erstellen und umsetzen können."

Wie sehen die Zeiträume für diese Entwicklung aus?
Kraetschmer: "Die Zeiträume sind wichtig und nicht allzu weit gefasst. Im kommenden März beginnt die Lizenzvergabe für 2007/08, da müssen wir bereits fixe Verträge vorlegen können. Erfreulich und ein erstes Signal ist die Vertragsverlängerung mit Ausrüster Nike für vier Jahre. Und wie gesagt, konkrete Verhandlungen und Gespräche mit anderen potenziellen Partnern sind im Laufen." (APA)

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